Mobiles Bezahlen: Gelingt 2012 der Durchbruch?

Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es bereits Bestrebungen, mobile Geräte wie Handys für Bezahlvorgänge einzusetzen. Aufgrund der steigenden Verbreitung in der Bevölkerung, des Nutzerverhaltens der Anwender und der spezifischen Eigenschaften sind mobile Geräte wie iPad oder Smartphone eigentlich Bestens für das Bezahlen von Unterwegs geeignet. Trotzdem kann man bis heute noch nicht von einem „Durchbruch“ sprechen. Detlef Persin, Projektleiter „Mobiles Leben und Arbeiten“ von der Hessen-IT, einer Aktionslinie des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, beschreibt in seinem Gastkommentar, warum der flächendeckende Durchbruch des „M-Payments“ wohl noch auf sich warten lässt:

Wer kramt schon gerne im Portemonnaie, um beim Kauf des Parktickets oder eines Busfahrscheins das passende Münzgeld zu suchen? Vor allem dann, wenn man auch unkompliziert per Mobiltelefon zahlen kann. Seit Jahren bereits steht – nein: steckt – die Möglichkeit des mobilen Bezahlens in den Startlöchern. In nächster Zukunft allerdings könnte dank einer neuen Smartphone-Generation der Durchbruch gelingen

Das sogenannte „M-Payment“ soll das Einkaufen vereinfachen: Der Kunde hält beispielsweise im Café oder im Supermarkt sein Handy vor ein Lesegerät – und das Geld wird abgebucht. Ein Chip im Mobiltelefon speichert das Guthaben. Derzeit springen Handyhersteller allmählich auf den Zug auf und bauen solche Chips in ihren Geräten ein. Außerdem ist bereits im Jahr 2010 nach Angaben des Marktforschungsinstituts „Gartner“ die Nutzung mobiler Bezahlung rund um den Globus um 55 Prozent gestiegen – 100 Millionen Menschen weltweit haben bisher beim Einkauf mindestens einmal ihr Handy gezückt. Asien stellt mit 60 Prozent derzeit den größten Markt dar. In Deutschland führen immerhin 13 Prozent der Handynutzer mobile Transaktionen durch. Allerdings beschränkt sich die Nutzung hierzulande noch weitgehend auf Musik und Apps für das Mobiltelefon.

In jüngerer Vergangenheit haben einige Pilotprojekte Erfolge verzeichnet: So ist in 20 deutschen Städten – unter anderem in Wiesbaden und Hanau – das Bezahlen am Parkautomaten per SMS möglich, inklusive Erinnerungs-Nachricht zehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit. Der flächendeckende Durchbruch des „M-Payments“ wird aber erst dann gelingen, wenn sich die vielen Akteure der Mobility-Branche, des Einzelhandels und der Banken auf technische Standards einigen. Mit entscheidend für die Akzeptanz des Handy-Bankings dürfte außerdem die Wahrung des Datenschutzes stehen – der Zahlungsweg muss anonym bleiben und die Mobilfunknummer darf für den Geldempfänger nicht zu sehen sein.

Wie sehen Sie die Chancen des „M-Payments“? Und haben Sie selbst schon einmal etwas mit dem Handy bezahlt?

 

Ein Gedanke zu „Mobiles Bezahlen: Gelingt 2012 der Durchbruch?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.