Auf der schwarzen Liste: Alles was Sie schon immer über E-Mail-Blacklists wissen wollten!

In seinem Gastbeitrag geht Dale Langley, Sr. Deliverability Consultant bei Returnpath, auf das Thema „Blacklist“ im E-Mail-Bereich ein und gibt einige Tipps und Tricks:

Stellen Sie sich folgende Situation einmal bildlich vor: Sie haben die ganze Woche hart am Launch einer neuen Kampagne gearbeitet, Ihre E-Mails nach allen Regeln der Kunst optimiert und sie sogar an die unterschiedlichen Anforderungen verschiedenster mobiler Endgeräte angepasst. Nun läuft die Kampagne und sie freuen sich auf ein paar Stunden im angesagtesten Nachtclub der Stadt, um damit den Stress der vergangenen Tage abzuschütteln. Also nichts wie nach Hause, das frisch gebügelte Hemd geschnappt und ab ins Vergnügen.

Doch nach stundenlangen Warten – die gleiche Idee hatten wohl auch einige andere gehabt – und nachdem Sie einigen VIP-Gästen hinterhersehen mussten, die an der Schlange vorbeigeführt und direkt vorgelassen wurden, werden Sie direkt vor der Tür abgewiesen. Natürlich fragen Sie nach dem Grund und der Rausschmeißer hält Ihnen mit den Worten „Sie sind auf der falschen Liste!“ ein Foto vors Gesicht, das im Dunkeln betrachtet und unter Umständen eventuell eine gewisse Ähnlichkeit mit Ihnen haben könnte. All Ihre Proteste verhallen ungehört und so bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge wieder nach Hause abzuziehen.

Am nächsten Montag zurück am Arbeitsplatz prüfen Sie dann als erstes die Ergebnisse Ihrer Kampagne, nur um festzustellen, dass es Ihrer Kampagne wohl ganz ähnlich ergangen ist wie Ihnen selbst. So ist die Anzahl der Bounces außerordentlich hoch und bei genauerer Untersuchung zeigt sich, dass viele Ihrer E-Mails mit dem Kommentar „550 5.7.1 Connections not accepted from IP addresses on Spamhaus“ abgewiesen wurden.

Spamhaus ist nur ein Beispiel einer Blacklist, die einige ISPs nutzen, um unerwünschte E-Mails leichter identifizieren zu können – ganz ähnlich der schwarzen Liste, die der Rausschmeißer eines Nachtclubs verwendet, um Gäste, die dort Hausverbot haben, leichter zu erkennen. Diese Blacklists können verschieden gestaltet sein; ihr Zweck ist es aber immer, ISPs dabei zu helfen Spammer leichter identifizieren zu können, so dass diese eingehende E-Mails entweder direkt abblocken oder vorsorglich in den Spam-Ordner einsortieren können.

Genauso wenig wie ein Nachtclub jedem Zugang gewähren darf, so würden ISPs im Spam versinken und ihre Netze komplett überlastet sein, würden sie jeder E-Mail ungeprüft Einlass gewähren. Laut einer aktuellen Studie von Return Path waren im Jahr 2011 85 Prozent aller versendeten E-Mails Spam. Commtouch beziffert das Spamaufkommen in den ersten drei Monaten 2012 auf 75 Prozent aller E-Mails. Mit Sicherheit ist damit aber offensichtlich, dass die überwältigende Mehrzahl aller E-Mails Spam ist, was die Notwendigkeit für ISPs erklärt, ihre Nutzer vor diesem Spam zu schützen. Indem ISPs Blacklists verwenden, können sie das Spamvolumen, das ihr Netzwerk tatsächlich erreicht bereits um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Alle ISPs nutzen unterschiedliche öffentliche Blacklists (auch wenn sie dies wie im Fall von Gmail nicht immer offenlegen). Zudem verfügen sie in der Regel auch über eine eigene Blacklist. Die öffentlichen Blacklists nutzen dabei unterschiedliche Definitionen für Spam, wobei man die Gemeinsamkeit meiner Meinung nach findet, wenn man Spam mit „problematische E-Mail“ gleichsetzt. Wenn Sie also E-Mails versenden, die Systemadministratoren als „problematisch“ einstufen würden und die in vielen Beschwerden resultieren, kann es durchaus sein, dass Sie sich auf einer oder mehrerer Blacklists wiederfinden werden. Die ISP-internen Blacklists auf der anderen Seite greifen in der Regel auf eigene Daten in punkto Beschwerden, unbekannte Nutzer sowie Infrastrukturprobleme (Stichwort: Authentifizierung) zurück.

ISPs nutzen IP-basierte Blacklists wie die von SORBS, Spamhaus und SpamCop, um die IP-Adressen der Versandserver eingehender E-Mails zu prüfen. Dabei werden problematische Versender, wie beispielsweise jene, die offene Relays nutzen oder offene Proxys sowie bekannte Spammer identifiziert. Auch ISPs selbst können gelegentlich auf diesen Blacklists erscheinen, beispielsweise wenn Spammer die Infrastruktur des ISPs nutzen konnten.

Domain-basierte Blacklists – oder genauer gesagt URI (Uniform Resource Identifier)-basierte Blacklists – funktionieren ganz ähnlich, nur dass hier die Domains sowie IP-Adressen innerhalb der E-Mail geprüft und mit den Informationen von bereits bestätigten Spam-Nachrichten abgeglichen werden. Das ermöglicht das Blocken und Filtern von Spam-Nachrichten, die über unterschiedlichste IP-Adressen, Absende-Adressen und mit unterschiedlichsten Inhalten verschickt wurden. Bekannte URI-Blacklists sind beispielsweise SURBL, URIBL.com sowie DBL von Spamhaus.

Sie fragen sich jetzt vermutlich wie Sie herausfinden können, ob Sie auf einer Blacklist stehen. Eine Möglichkeit stellen Ihre Bounce-Reports dar. Dort sehen Sie beispielsweise Angaben wie „Mail Refused – IP Address xxx.xxx.xxx.xxx Blacklisted“ oder „550 Service Unavailable; host xxx.xxx.xxx.xxx blocked“. Sollten Sie diese Bounce-Reports aktuell nicht prüfen, kann ich Ihnen nur raten, dies schnellstmöglich in Ihren Standard-Prozess mit aufzunehmen, so dass Sie bei einem eventuellen Blacklisting sofort aktiv werden können. Der Blacklist Alert von Return Path kann hier eine wertvolle Hilfe bieten. So überwacht Blacklist Alert Ihren gesamten E-Mail-Versand und benachrichtigt Sie sofort, sollten Sie auf einer der bekannten öffentlichen Blacklists geführt werden. Sie erhalten zudem Informationen über den Grund, weshalb Sie auf eine schwarze Liste gelangt sind, und Hinweise, wie Sie wieder von der Liste genommen werden können – noch bevor sich das negativ auf Ihre Kampagnenergebnisse auswirken konnte.

Meiner Erfahrung nach kann es sich als äußerst schwierig herausstellen, mit Blacklist Anbietern über die Zurücknahme eines Blacklistings zu verhandeln. Auch hier zwängt sich der Vergleich zum Rausschmeißer eines Nachtclubs geradezu auf. Return Path kann auch hier helfen und vermittelnd eingreifen. Denn ohne dass E-Mails zugestellt werden laufen Ihre Kampagnen schon bald ins Leere, was sich schnell in Umsatzeinbrüchen widerspiegeln kann. Die goldene Regel ist also, keine E-Mails zu senden, die ein mögliches Blacklisting auslösen könnten und immer auf eine gute Reputation zu achten, so dass der Bouncer des Nachtclubs Sie nie mehr abweisen wird.

Erinnern Sie sich noch an die VIP-Gäste vom Beginn meines Beitrags, die an der Schlange vorbei direkt Zugang zum Nachtclub erhalten haben? Neben den schwarzen Listen, mit denen wir uns im Rahmen dieses Artikels auseinandergesetzt haben, gibt es natürlich auch Whitelists, deren Mitglieder bevorzugt behandelt werden. Übertragen ins E-Mail-Marketing sind das diejenigen Sender, die sich durch besonders gute Versandpraktiken auszeichnen, eine herausragende IP-Reputation haben und damit auf eine Whitelist aufgenommen werden können, wie beispielsweise das Return Path Zertifizierungsprogramm eine ist. Mehr zum Return Path Zertifizierungsprogramm finden Sie hier: www.returnpath.de/marketers

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