Kommunikation der Zukunft

Im Interview spricht Thomas Lünendonk, Gründer und Gesellschafter der Lünendonk GmbH zum Thema Kommunikation der Zukunft.

Was sind die größten Marktveränderungen, auf die sich Anbieter und Dienstleister im Bereich der Business-Kommunikation einstellen müssen?

Die Vielfalt der Kanäle sowie die Möglichkeiten der Business-Kommunikation nehmen im digitalen Zeitalter zu. Das ist Chance und Risiko zugleich. Denn es gilt, aus der Fülle der Optionen für den jeweiligen Zielmarkt die richtige Kombination auszuwählen. Außerdem müssen diese neuen Wege zum und vom Kunden sorgfältig geplant und gemanaged werden. Das betrifft dann nicht nur die Kommunikationswege, sondern die Integration der gewonnenen Daten und Informationen in die IT-Systeme der Unternehmen, um nicht nur schnell kommunizieren, sondern auch realtime reagieren zu können. Dabei müssen Medienbrüche überwunden werden, beispielsweise von der Sprache zum Text, vom Text zur Supply Chain und von dort in die weiteren betriebswirtschaftlichen Software-Lösungen.

Wo liegen für Unternehmen momentan die größten Herausforderungen in der Kommunikation?

Aus der Vielzahl der Kommunikationskanäle und -instrumente diejenigen auszuwählen, die für die jeweiligen Kundenzielgruppen die richtigen sind. Dabei wird es auch darum gehen, bewusst Verzicht zu üben, denn nicht alles Wünschenswerte wird ökonomisch und technologisch machbar sein. Außerdem muss die neue Welt der Kommunikation im „Front Office“ durch Investitionen ins „Back Office“ ergänzt werden. Es nutzt nichts, schnell zu reden und dann langsam oder falsch zu liefern.

Ihr Vortragstitel lautet: „Wege in die Zukunft der Kommunikation“. Wie glauben Sie sieht Kommunikation in 20 Jahren aus?

Das Tempo der Kommunikation, egal ob auf bekannten oder neuen Plattformen, wird sich noch einmal erhöhen. Das betrifft die Übertragungsgeschwindigkeiten, aber auch die gewünschten Resonanzzeiten bei den Beteiligten. An die Stelle ausführlicher Dokumente werden Informations-Häppchen treten und die Kommunikation wird sich noch mehr mit Fotos, Videos, Grafiken, Kürzeln und Symbolen anreichern. Hinzu kommt, dass jegliche Kommunikation per Spracheingabe erfolgen kann, so dass Tastaturen und andere traditionelle Eingabeformen weniger Bedeutung haben. Sie werden aber nicht vollständig verschwinden, nicht zuletzt weil verschiedene Richtlinien bei Verträgen und ähnlichem die Schriftform weiter erfordern werden.

Wird der „Draht“ zum Kunden zukünftig leichter sein?

Ja und nein. Auf den neuen Kommunikationskanälen sind Unternehmen schneller beim Kunden – aber die anderen auch! Das heißt, die Herausforderung in der rauschenden Menge der in schneller Frequenz übermittelten Informationen als relevant wahrgenommen zu werden, steigt noch einmal. Was sich mit Sicherheit leichter bewältigen lassen wird, ist die Organisation sehr individueller Betreuung von Kunden auf allen Kanälen – soweit Datenschutz und andere Richtlinien das zulassen.

Was sind die größten Fehler, die heute in der Kommunikation gemacht werden?

Der schwerste Fehler ist, zu viel und unbedacht zu kommunizieren, weil es einfacher möglich ist und nicht mehr so viel kostet. Wenn Kommunikation zum Wasserfall wird, ertrinkt der Kunde!

Mehr zum Thema hören Sie in der Keynote von Herrn Thomas Lünendonk „Roadmap ICT: Wege in die Zukunft der Kommunikation“ am 1. Konferenztag (30. Oktober 2012) um 10.15 Uhr.

„Ich freue mich sehr auf der diesjährigen Voice + IP als Keynote-Speaker dabei zu sein. Es ist wichtig, dass es eine Veranstaltung in Deutschland gibt, die sich auf Informations- und Kommunikationstechnologien konzentriert. Hier stehen so viele Herausforderungen in den kommenden Jahren an, die es für Unternehmen dringend erforderlich machen, sich permanent auf dem Laufenden zu halten.“ Thomas Lünendonk, Gründer und Gesellschafter, Lünendonk GmbH

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