Zukunft der ITK

Harald A. Summa, Intitiator und Geschäftsführer des eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. spricht im Interview über die Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnologie.

1. Stichwort „Echtzeitkommunikation im Internet“. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Es ist kein Massenphänomen und wird in der Breite noch gar nicht wirklich gefordert. Es gibt Einsatzbereiche wie z. B. Bewegtbild-Übertragung, da ist die Echtzeitkommunikation für den Enduser sicherlich ein Thema. Die Technik hierfür ist auch bereits ausgereift vorhanden. Es fehlt jedoch die notwendige Infrastruktur, um die Technik flächendeckend einsetzen zu können. Doch das ist mit relativ hohen Investitionen verbunden, die derzeit kaum jemand bereit ist zu tätigen. Bis es ein Standard sein wird, vergehen sicherlich noch 3-5 Jahre.

2. Wie verändert Cloud-Computing die Arbeitswelt?

Nach dem langen Weg hin zur Dezentralisierung – vom Großrechner zum PC – geht es nun zurück zur Zentralisierung. Doch das hat Vorteile: Daten stehen plötzlich überall und jederzeit zur Verfügung. Das ermöglicht gerade kleinen und mittelständischen Betrieben den Anschluss an die Datenverarbeitungs-Power von Konzernen und Großunternehmen. Eine wichtige Basis, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Außerdem können Daten leichter verknüpft und für verschiedene Medien genutzt werden.

Unternehmen sind jetzt gefordert, sich ausführlich mit dem Thema auseinanderzusetzen und individuelle Strategien – unter einer Kosten/Nutzenbetrachtung – für sich zu erarbeiten. Doch leider wehren sich viele IT-Verantwortliche noch dagegen, denn sie fürchten einen Machtverlust. Aber: an Cloud Computing kommt über kurz oder lang niemand vorbei. Je früher Unternehmen hier umstellen, desto schneller können sie profitieren!

3. Sind die vorherrschenden Ängste beim Thema „Sicherheit in der Cloud“ begründet?

Es gibt natürlich auch hier – wie übrigens fast überall – das eine oder andere Leck im System. Aber keine bedenklichen oder gravierenden Sicherheitslücken. Es ist letztendlich eine Vertrauensfrage. Notwendig ist es, eine gründliche Checkliste zu erarbeiten, mit der man den richtigen Anbieter für sich findet. Wichtig sind z. B. Rechtssicherheit, Physikalische Sicherheit, Organisation, Datenverwaltung, Handling etc. Ein guter Anbieter wird in puncto Sicherheit kaum Mängel aufweisen – besonders kritisch prüfen sollte man aber die sehr preisgünstigen Angebote.

4. Wie sieht das Internet in zehn Jahren aus?

Die mobile Nutzung des Internets wird extrem zunehmen. Smartphones, iPads und Co. sind da erst der Anfang. Gerade im Bereich Internetnutzung im Auto wird sich noch sehr viel tun. Der momentane Kampf zwischen Print und Online wird in spätestens fünf Jahren zugunsten Online entschieden sein.

Die eigentliche Entwicklung des Internets liegt aber noch vor uns. Pioniere haben das Internet geschaffen, jetzt gehen Entwickler ans Werk, die damit aufgewachsen sind. Sie werden viele neue Anwendungspotenziale erkennen, an die heute noch niemand denkt. Ich kann nicht vorhersagen wo genau die Reise hingeht. Aber es wird auf jeden Fall anders!

5. Was genau ist das Anti-Botnet-Projekt?

Botnetze sind Zusammenschlüsse von Computern, die mit Schadprogrammen infiziert wurden und von sog. Botnetz-Operator  ferngesteuert werden. Hauptsächlich genutzt werden sie, um den Versand von Spam auszulösen, andere Rechner zu infizieren oder Zugangsdaten zu stehlen. Der eco Verband bietet mit Unterstützung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter www.botfrei.de eine kostenlose Software an, die Windows-Rechner von diesen Schadprogrammen befreit.

Mehr zum Thema hören Sie in der Keynote von Herrn Harald A. Summa „Und es fängt wirklich erst an! Einige Gedanken zur Entwicklung der ITK“ am 2. Konferenztag (31. Oktober 2012) um 10.15 Uhr.

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