Zukunft des mobilen Arbeitens

Axel Hühne, Director Backoffice Solutions der Sartorius AG spricht im Interview über die Zukunft des mobilen Arbeitens.

1. In welchem Bereich ist die Sartorius AG tätig?

Sartorius ist ein international führender Labor- und Pharmazulieferer. Mit innovativen Produkten und hochwertigen Dienstleistungen helfen wir Kunden weltweit, komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Biopharmaproduktion und im Labor zeit- und kosteneffizient umzusetzen. Unsere wichtigsten Kunden stammen aus der Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie sowie aus öffentlichen Forschungseinrichtungen.

2. Mobile Kommunikation, BYOD und Heimarbeitsplätze gehören mittlerweile zum Alltag in den IT-Abteilungen. Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Trend zum mobilen Arbeiten in der Zukunft entwickeln?

Mobiles Arbeiten und mobile Kommunikation spielen bei der Sartorius AG schon heute eine zentrale Rolle. Auf der ganzen Welt haben wir Mitarbeiter, die einen sehr hohen Kommunikationsbedarf haben – intern wie extern. Dieser muss flexibel und reibungslos abgedeckt werden. Zusätzlich benötigen sie jederzeit und von überall schnellen Zugriff auf unser Rechenzentrum. Aber nicht nur die Mitarbeiter erwarten Mobilität, auch unsere Kunden. Wir wollen schnell Hilfestellung geben, Lösungen anbieten und Ansprechpartner bereitstellen. Wir stellen beispielsweise Lösungen zur Verfügung, die es ermöglichen vor Ort eine Software-Wartung oder -Überwachung ganz einfach durchzuführen.

Ich gehe davon aus, dass sich die M2M-Communication (Maschine to Maschine) immer mehr etablieren und entwickeln wird. Das beschleunigt viele Prozesse, da Daten in Echtzeit automatisiert fließen und entsprechende Aktionen auslösen. Die Schnelligkeit in der Arbeitswelt wird insofern noch weiter zunehmen. Daraus werden sich meines Erachtens auch ganz neue Geschäftsmodelle ergeben, die heute noch nicht zu realisieren sind.

3. Alle Welt spricht von der Cloud, welche Herausforderungen sehen Sie in diesem Zusammenhang für Unternehmen?

Für mich stellt sich die größte Herausforderung in der Gestaltung des Übergangs von der IST-Infrastruktur und -Organisation zu Cloud-basierten IT-Services.  Doch auch die weitere Betreuung existierender Strukturen  im Lebenszyklus und der anforderungsgerechte Ausbau des Portfolios stellt einen vor immer neue Aufgaben. Dem Ziel einer konsistenten IT-Gesamt-Architektur ist dabei sicherlich besonderes Augenmerk zu widmen. Wir setzen Cloud-Computing ein und stehen als weltweit tätiges Unternehmen beispielsweise vor der großen Herausforderung den unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Interessant zu beobachten ist, dass auch Cloud-Anbieter selbst gerade noch viele Erfahrungswerte sammeln und Verträge sowie Handling regelmäßig ändern. Mir erscheint es wichtig, den Anbieter mit entsprechender Sorgfalt im Hinblick auf Technologie, Funktionalität und Perspektive, auszuwählen.

4. Welche Rolle spielt Social Media in Ihrem Unternehmen und welche Auswirkungen ergeben sich für die IT dadurch?

In diesem Bereich haben wir noch Entwicklungsmöglichkeiten. Wir sehen hier viel Potential und eine weitere Schnittstelle zu unseren Kunden. Wie in unserem Business Social Media im Konkreten aber gestaltet wird, muss wohl analysiert und durch ein sinnvolles Konzept getragen werden – unüberlegter Aktionismus macht an dieser Stelle gar keinen Sinn und wäre kontraproduktiv. Wir haben bereits einen YouTube Channel etabliert, den wir zur besseren Veranschaulichung unserer Produkte nutzen.

5. Unified Communication, Collaboration und Videoconferencing sind in aller Munde. Welchen Stellenwert haben diese Technologien für die Kommunikation in Ihrem Unternehmen?

Die Vernetzung und Nutzung unterschiedlicher Kommunikationsmedien ist für uns eine wichtige Basis. Die weltweit tätigen Mitarbeiter müssen reibungslos, schnell und einfach kommunizieren. In unserem Unternehmen läuft gerade  ein großer Rollout mit Desktop-Videoconferencing und Instant Messaging. Zirka 500 Arbeitsplätze sind bereits damit ausgerüstet.

Im Bereich Collaboration nutzen wir Sharepoint. Es ist eine sehr wichtige Plattform für internationale Projektarbeiten. Damit gewährleisten wir den schnellen Wissens- und Datenaustausch.

6. Wirtschaftlichkeit und Kosten spielen in jedem Unternehmen eine große Rolle. Wo sehen Sie die größten Einsparpotenziale in der Zukunft?

Ein Technologiekonzern wie Sartorius hat eine hohe Innovationsgeschwindigkeit und muss sich den Markterfordernissen anpassen. Um dem gerecht zu werden, ist es sehr wichtig neueste Technik schnell implementieren zu können. Anbieter, die es uns ermöglichen die Einführung neuer Technologien schneller und einfacher zu gestalten, helfen uns wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein.

Außerdem versuchen wir eine weltweit einheitliche Infrastruktur zum gemeinsamen Arbeiten und Kommunizieren bereitzustellen. Die Cloud bietet hier übrigens wichtige Vorteile. Wir müssen uns nicht mehr um die regelmäßige Erneuerung der Hard- und Software kümmern, sondern können uns gezielt auf die Gestaltung der Infrastruktur und die Anforderungen der Mitarbeiter konzentrieren. Für die Dynamik und Flexibilität unseres Unternehmens ist das sehr wesentlich.

7. Die neuen Möglichkeiten bringen immer neue Anforderungen an die IT-Sicherheit. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen für Unternehmen?

Sicherheit ist extrem wichtig, deshalb  müssen wir unsere Systeme schützen und aktuellen Sicherheitsstandards anpassen. Doch die größte Herausforderung in diesem Bereich ist es, den Anwender mitzunehmen. Wir führen einen regelmäßigen Dialog mit unseren Mitarbeitern und versuchen, im Bedarfsfall  auch individuelle Lösungen zu finden – aber ohne uns darin zu verlieren. Die Balance zwischen Funktionalität und Sicherheit muss stimmen.

8. Was sind für die Sartorius AG die nächsten geplanten IT-Projekte und durch welchen Bedarf werden Sie ausgelöst?

Vor kurzem haben wir  damit begonnen unser  Unternehmensnetzwerk auf einen externen Anbieter zu übertragen. Die Projektlaufzeit hierfür wird ca. ein Jahr betragen. Wir tauschen quasi bei einem fahrenden Auto den Motor, was  keine einfache Aufgabe ist. Wir haben uns jedoch dafür entschieden, weil es schlicht nicht unsere Kernkompetenz ist ein Netzwerk im Eigenregie zu betreiben. Wir investieren unsere Zeit und unser Know-how viel lieber in Projekte, mit denen wir die weitere strategische Entwicklung und das wirtschaftliche Wachstum des Unternehmens unmittelbar fördern.

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