Soziale Netzwerke bei der Kundenkommunikation

Im Interview spricht Thomas Schmitt, Geschäftsführer der Human Networks GmbH u.a. über die Zukunft des Internets und der sozialen Netzwerke im Unternehmenseinsatz.

In welchem Bereich ist die Human Networks tätig?

Zum einen betreibt Human Networks seit vielen Jahren ganz unterschiedliche Special Interest Online-Plattformen wie z. B. „Arzt.com“, „Geschichte.de“ oder „Online-Zeitung.de“. Zudem bieten wir mit mehr als 200.000 Business-Adressen und Unternehmens-Informationen bei „ManagersBC.com“ individuelles Business Matching an.

Zum anderen beraten wir Unternehmen bei der Suchmaschinen-Optimierung (SEO), beim Suchmaschinen-Marketing (SEM) und Social Media Marketing auf strategischer Ebene. Das Praxiswissen aus jahrelanger Erfahrung, das wir in diesen Bereichen mit unseren eigenen Portalen gesammelt haben, geben wir hier an unsere Kunden weiter.

Social Media und neue Möglichkeiten mit dem Kunden Kontakt aufzunehmen, stehen auch auf der Voice + IP im Focus. Wo sehen Sie die größten Veränderungen für Unternehmen?

Es ist eine weitere wichtige Schnittstelle zum Kunden, die bespielt werden muss. Gerade für Unternehmen im B2C-Bereich ist es wichtig hier präsent zu sein. Die meisten denken ja beim Begriff Social Media nur an Facebook oder vielleicht noch LinkedIn. Doch die Vielfalt solcher Plattformen ist enorm. Es gibt zahlreiche Netzwerke, für ganz spezielle Zielgruppen (siehe Social Media Prisma). Die Mitglieder dieser Communities haben eine sehr hohe Kommunikationsbereitschaft, die man nur richtig für seine Unternehmensziele nutzen muss. Umfragen funktionieren hier beispielsweise sehr gut, genauso wie die Aufforderung zu aktiver Mithilfe (z. B. Ideen für Produktentwicklungen) oder das Einholen von Feedbacks. Das schafft die Möglichkeit für Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen immer weiter zu optimieren. Im B2B Bereich ist es notwendig, aus der Vielzahl von Special Interest Netzwerken, das Richtige zu finden, in dem man sich engagiert. Hier ist Facebook unter Umständen, aufgrund erheblicher Streuverluste und unpassender Zielgruppen, nicht die richtige Wahl. Ein zeitliches Engagement im falschen Netzwerk ist mit Kosten verbunden und sollte im Vorfeld strategisch geplant sein.

Soziale Netze kommen auch immer wieder in negative Schlagzeilen. Ist das wirklich eine Alternative mit dem sich Geschäftskunden beschäftigen müssen?

Unternehmen können einen regelrechten Hype erleben, wenn sie Social Networks richtig einsetzen. Es kann aber auch schnell zum Imageschaden kommen, wenn man zu blauäugig vorgeht. Die Macht dieser Communities ist nicht zu unterschätzen – ein Beispiel ist hier der Designwettwerb der Marke Pril bei Facebook.

Aber noch einmal: Soziale Netze zu ignorieren, halte ich gerade im B2C-Bereich für bedenklich. Unternehmen müssen mit der Zeit gehen und sind gefordert, sich auf die neue Art der Kommunikation einzustellen. Die bewährten Muster funktionieren hier nicht. Klare Guidelines, innovative Konzepte und Mitarbeiter, die diese entsprechend umsetzen können, sind für den Erfolg notwendig.

Wird es aus Ihrer Sicht nur noch virtuelle Unternehmen geben oder werden wir generell neue Formen moderner Arbeitswelten erleben?

Was künftig die wichtigen Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg sein werden, zeigen uns bereits die vielen kleinen virtuellen Unternehmen. Sie sind schnell, flexibel, innovativ und ständig bereit Neues auszuprobieren – genau das macht sie erfolgreich. Und sie bilden oft Netzwerke und gehen Partnerschaften ein, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Sie suchen neue Wege zum Kunden und richten ihre Arbeitsweise flexibel auf die Marktbedingungen aus. Große Unternehmen sind meist hierarchisch strukturiert und dadurch oft unbeweglich. Das macht sie langsam und damit verpassen sie oft Chancen. Um zukunftsfähig zu bleiben müssen sie ihr starres Geflecht unbedingt aufbrechen. Wenn sie das schaffen, haben auch die klassischen Unternehmensformen sehr gute Chancen. Gerade in Zukunft gilt: Nicht der Große frisst den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen.

Das Internet spielt ein zentrale Rolle in allen diesen Veränderungen. Was kommt aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren auf Unternehmen zu?

Das Internet wird schneller, mobiler und allgegenwärtiger werden. Es wird immer individueller auf die persönlichen Interessen des Users eingehen und überall präsent sein. Die Mobile Devices werden raffinierter und im Handling intuitiver. Vielleicht ist es künftig eine Brille statt eines Smartphones über die man permanent „online“ ist. Inhalte müssen nicht mehr aktiv abgerufen werden, sondern Sie sind vollautomatisch da, je nachdem was man gerade tut oder wo man sich gerade aufhält. Sehr visionär betrachtet ist es vielleicht irgendwann möglich, die Bedürfnisse eines Menschen, anhand seines Handlungsmusters, im Vorfeld zu erkennen und dadurch entsprechende Aktionen auszulösen.

Für Unternehmen bedeutet das, schon heute mittel- und langfristige Online-Kommunikations-strategien zu entwickeln. Antworten auf diese Fragen sollte man für sich finden: Wie stellt man relevante und personalisierte Informationen zur Verfügung? Wie vereinfacht man Kaufabwicklungen und schafft Einkaufserlebnisse? Welche innovativen Serviceleistungen bietet man an? Wie und wo tritt man in einen regelmäßigen interaktiven Dialog mit seinen Kunden? Nur wer hier rechtzeitig die richtigen Weichen stellt, wird profitieren.

Was sind für Sie die nächsten geplanten IT-Projekte?

Erst kürzlich wurde uns für die App „Arzt.com – Arzt in der Tasche“ vom eco Verband der Eco-Award im Bereich Healthcare verliehen. Die Apps sind über unsere jeweiligen Online-Plattformen erhältlich. Wir bieten hiermit einen zusätzlichen Service für unsere User, den wir noch mehr ausbauen möchten. Daher werden wir im Bereich mobile Anwendungen sehr stark investieren. Dafür haben wir ein innovatives Team zusammengestellt, das inhouse neue Programme entwickelt.

Außerdem stellen wir, aufgrund des zunehmenden Aufrufs unserer Portale über Mobile Devices, alle unsere Seiten auf „Universal Design“ um. Damit passt sich die Anwendung in der Darstellung allen mobilen Endgeräten automatisch an. Bei „Arzt.com“ ist das bereits umgesetzt und funktioniert einwandfrei.

 

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