Bots on stage

Die TED-Konferenz feiert diese Woche ihren 30. Geburtstag und ist zum Jubiläum  von Kalifornien nach Vancouver, Kanada, umgezogen. Das Programm? Ein „Best of“ der vergangenen 30 Jahre, große Namen und spannende Menschen – und, im Wettbewerb mit dem South by Southwest-Event, führende digitale Köpfe.

„Please welcome to the TED stage – Ed Snowden.“

Am Dienstag stand darum TED-Kurator Chris Anderson auf der eigens gebauten TED-Bühne – und kündigte den US-Whistleblower Edward Snowden an mit den Worten: „Please welcome to the TED stage – Ed Snowden.“ Staunen, Unglauben im Saal – Snowden sitzt doch in Russland, ohne Möglichkeit, in den Westen zu reisen. War er jetzt in Kanada?

Jein.

Der Vorhang hebt sich und auf die Bühne rollt ein Monitor auf einem Rollwagen – ein Bot, mit dem Gesicht von Edward Snowden auf dem Monitor.

Was folgt, ist ein Gespräch, das die Grenzen solcher „Gespräche“ zeigt. Snowden steuert seinen Bot, Anderson sucht Blickkontakt wenn er seine Fragen stellen will und schafft das nicht immer. Snowden antwortet, kann aber die Signale von Anderson nicht sehen, jene kleinen Gesten, mit denen sich Gesprächspartner im Gespräch verständigen.

Trotzdem: Das Gespräch fasziniert und sicherlich hatte Chris Anderson auch das Gefühl, sich wirklich direkt mit Ed Snowden zu unterhalten. Irgendwann kommt Sir Tim Berners-Lee dazu, der Erfinder des WWW, und diskutiert einige Minuten mit. Als er sich verabschiedet, gibt er Chris Anderson die Hand, versucht das spontan auch mit dem Bot – und bricht das dann ab.

Das zeigt mir zweierlei: Zum einen, dass Digitaltechnologie bei Konferenzen ganz neue Präsentationsformen möglich macht, und dass sich das Publikum auch schnell in der jeweiligen Situation komfortabel fühlen kann. Zum anderen aber auch, dass es Grenzen des Digitalen gibt, wenn es um die unmittelbare Kommunikation geht. Gerade bei Konferenzformaten wie TED, die stark auf die Persönlichkeit der Vortragenden setzen, fällt das auch auf.

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