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Interview mit Brigitte Zypries

Die deutsche Wirtschaftsstruktur ist geprägt von leistungs- und wettbewerbsfähigen mittelständischen Unternehmen. Bei der Einführung von elektronischen Geschäftsprozessen stehen KMU und Handwerksbetriebe jedoch häufig vor besonderen Herausforderungen. Wie auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Effizienz und Kundenservice durch mobile IKT verbessern und optimalen Service vor Ort anbieten können, verrät Staatssekretärin Brigitte Zypries im Interview mit der Messe Frankfurt.

Frau Zypries nimmt zudem am zweiten Messetag der M-Days um 15 Uhr am Panel „IT & Mobile im Mittelstand: Sicherheit und Glaubwürdigkeit im Netz“ teil.

Frau Staatssekretärin Zypries, welche Bedeutung messen Sie mobilen IT-Anwendungen für Unternehmen bei?
Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet rasch voran. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es für jedes einzelne Unternehmen notwendig, seine Arbeitsprozesse zu überprüfen und IT-gestützt neu auszurichten. Wichtig ist es auch, mobile Mitarbeiter effizient in die Arbeitsabläufe einzubinden. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil an mobilen Mitarbeitern, wie uns einschlägige Studien zeigen. Denken Sie beispielsweise an Bauhandwerker oder Servicemitarbeiter, die im Außendienst tätig sind. Mobiles Arbeiten ist ein Wachstumsfeld mit großen Chancen für KMU, dort gilt schon jetzt „all business is mobile“. Präsenz und guter Service vor Ort bei den Kunden ist heute unverzichtbar.

Wie sind KMU in Deutschland angesichts dieser Entwicklung in Richtung durchgängig digitaler und mobiler Prozesse aufgestellt?
Deutschland verfügt traditionell über eine sehr leistungs- und wettbewerbsfähige mittelständische Wirtschaft. Dennoch stehen die einzelnen KMU und Handwerksbetriebe bei der Einführung von elektronischen Geschäftsprozessen vor besonderen Herausforderungen. Sie verfügen im Gegensatz zu Großbetrieben meist nicht über eine eigene IT-Abteilung. Zudem sind häufig Zeit, Geld und Arbeitskraft zu knapp, um externe IT-Dienstleister zu beauftragen oder aufwändige und komplexe Lösungen umzusetzen. Deshalb stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit seinem Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ Orientierungswissen und beispielhafte innovative Lösungen bereit, die auf die spezifischen Anforderungen kleiner Betriebe zugeschnitten sind.

Wo können sich Interessierte zu den Initiativen von Mittelstand-Digital informieren?
Mittelstand-Digital wird sich auf der M-Days erstmalig mit seinen drei Initiativen „eKompetenz-Netzwerk“, „eStandards“ und „Usability“ einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Eigens zu diesem Zweck wird im Rahmen der Messe ein spezielles „Mittelstand-Digital-Areal“ mit 68 Ständen und einer eigenen Vortragsfläche errichtet werden.

Wie sieht die Unterstützung der Unternehmen durch Mittelstand-Digital konkret aus?
Über das eKompetenz-Netzwerk stehen 38 eBusiness-Lotsen flächendeckend in Deutschland den Unternehmen als Anlaufstelle für Informationen zu modernen IKT-Lösungen bereit. KMU können dort vielfältige Angebote nutzen. Es werden z.B. Informationsveranstaltungen, Workshops und Expertenrunden organisiert. Außerdem kann man sich anhand von Praxisbeispielen, Informationsbroschüren oder Leitfäden informieren.

Können Sie Beispiele nennen?
Zum Thema Mobile Business gibt es beispielsweise die Broschüre „Smartphones sicher nutzen – 10 goldene Regeln für kleine und mittlere Unternehmen und das Handwerk“ des eBusiness-Lotsen Magdeburg, den Praxisleitfaden „Von der Idee zur eigenen App“ des eBusiness-Lotsen Metropolregion Nürnberg oder die interaktive Checkliste „Prototyping Tools für mobile Applikationen“ des eBusiness-Lotsen Aachen.

Als beispielhaftes Projekt aus der Förderinitiative eStandards ist in diesem Zusammenhang eMasterCraft zu nennen. In diesem Projekt werden prozessübergreifende Stammdaten- und Prozesswerkzeuge für Handwerksunternehmen der Bau- und Ausbaubranche entwickelt. Geschäftsprozesse im Büro, unterwegs und auf der Baustelle sollen künftig mit Hilfe von eMasterCraft medienbruchfrei, elektronisch gesteuert werden können. Die Handwerker sollen mit mobilen eBusiness-Lösungen auf Unwägbarkeiten in der Baubranche schneller reagieren und produktiver agieren können.

In der Förderinitiative Usability werden in den Projekten Vorgehensmodelle für mittelständische Entwickler ausgearbeitet, damit diese betriebliche Software mit hoher Gebrauchstauglichkeit und Nutzerfreundlichkeit herstellen. In Pilotanwendungen befasst sich das Projekt UseTree zum Beispiel mit der Usability eines mobilen Kassensystems im Restaurant sowie eines IT-Systems am Visitenwagen im Krankenhaus. Ein weiteres Projekt, das Projekt KompUEterchen4KMU baut ein Usability-Kompetenzzentrum speziell für mobile Unternehmens-Software auf, um auf die Besonderheiten des Usability Engineering für mobile betriebliche IT-Anwendungen einzugehen.

All dies werden wir auf der M-Days zeigen und diskutieren.

Was ist bei Mittelstand-Digital hinsichtlich Mobile Business weiter geplant?
Die eBusiness-Lotsen koordinieren ihre thematischen Aktivitäten im Cluster Mobiles Arbeiten. Dort sind weitere Informationsbroschüren und Leitfäden sowie eine Studie zu Mobile Business in Vorbereitung. Auch in den damit eng verbundenen Themenfeldern Geo-IT und Cloud-Computing wird es weitere Publikationen geben. So soll Mittelstand-Digital eine Fundgrube für aktuelle Ergebnisse aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis für die Digitalisierung der Wirtschaft werden.

Haben Sie vielen Dank für das Interview Frau Staatssekretärin Zypries.

Die M-Days (13. und 14. Mai 2014) in Frankfurt am Main ist die Fachmesse mit integriertem Kongress für das Mobile Business. Sie spiegelt alle Facetten der mobilen Marktentwicklung – von Kommunikations-, Vertriebs- und Contentlösungen – wider. Die Veranstaltung verzeichnete 2013 über 130 Aussteller aus elf Ländern und knapp 4.700 Teilnehmer. Damit ist die M-Days die größte Fachmesse rund um das Mobile Business und hat verstärkt den internationalen Markt im Fokus. Nicht zuletzt aufgrund dieser positiven Entwicklungen hat sich die M-Days als eine der europaweit wichtigsten Veranstaltungen für mobile Technologien und ihre Anwendungen etablieren können. Das Themenspektrum umfasst fünf wichtige Kernthemen des Mobile Business: Strategy, Commerce, Enterprise, Marketing und Media.

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