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Mobile Payment: Ein Trend in den Kinderschuhen

Die Idee, Smartphones für Zahlungsprozesse zu nutzen, liegt nahe. Immerhin tragen bereits 65 Prozent der deutschen Internet-User ein solches mobiles Endgerät mit sich. Und in der Theorie könnten diese Geräte Zahlprozesse erheblich vereinfachen, beschleunigen und quasi automatisieren.

So prognostizieren Experten schon seit mehr als zehn Jahren den großen Durchbruch fürs mobile Payment – bisher ist dies jedoch nicht eingetreten. In 2014 soll es nun einmal mehr geschehen: Der Markt ist in Fahrt und hegt große Umsatz-Erwartungen: Allein in Europa wird das Volumen auf rund 75 Milliarden geschätzt. Im Jahr 2017 sollen laut dem US-Marktforschungsunternehmen Gartner gut eine halbe Milliarde Nutzer rund dreiviertel Billion Dollar mobil transferieren. Die Hoffnung: Wenn erst mal die Anfangshürde geschafft ist, verwandelt sich Mobile Payment vom Hype zum Wettbewerbsvorteil – und wird sodann zum Selbstläufer.

Noch jedoch lieben die Kunden ihr Bargeld. Gerade in Deutschland, wo selbst die Kreditkarte eine wesentlich geringere Rolle spielt als in den meisten anderen Ländern. Jeder Dritte Smartphone-User hat sein Gerät zwar laut der 37. W3B-Studie der Marktforscher Fittkau&Maaß schon mal fürs Online-Shopping genutzt. Aber nur 2,4 Prozent der Nutzer haben schon einmal mit dem Mobiltelefon vor Ort im Geschäft bezahlt. Anders sieht es im stationären Handel aus: „Nur 11 Prozent der Konsumenten würden mit einer Smartphone-App des Händlers im Laden bezahlen wollen“, konstatiert iBusiness.de im Februar 2014 eine eigene Studie. Von den Kunden, die mit dem Smartphone bezahlen wollen, interessieren sich laut einer Studie des ECC Köln 85,6 Prozent für das Zahlen per Paypal. Andere Zahlarten wie NFC (16,3%), Googlemail-Konto (14,8%), QR-Code (14,4%) und Apple-ID (13,7%) liegen weit dahinter.

Letztlich fehlt es an veritablen Vorteilen gegenüber beispielsweise der EC-Karte: Mobile Payment allein erspart bislang weder das Warten an der Kasse noch verschafft es exklusive Vorteile oder Kostenersparnisse. Alles, was den Bezahlvorgang womöglich komplizierter und aufwändiger macht als Bares oder Karte, wird primär Technik-Begeisterte überzeugen können, schwerlich aber die Massen. Laut eco-Analyse mangelt es den Anbietern bislang an phantasievollen Ideen für sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten. Paradebeispiel dafür wäre die myTaxi-App, in der Mobile Payment ein logischer Schritt ist: Mit ihr kann man nicht nur einen Wagen bestellen, den Fahrer bewerten und als Stammfahrer abspeichern, sondern die Fahrt auch gleich bezahlen.

Die meisten Ansätze erhöhen aber aus Sicht des eco-Verbandes lediglich die Abwicklungskosten ohne derartigen Mehrwert für den Verbraucher. Erst wenn Big Player wie Amazon, Apple, Google, die Deutsche Telekom, Vodafone, O2 oder die Visa- oder Mastercard-Organisation eine durchgängige Lösung für Mobile Payment entwickeln würden, gäbe es auch in Deutschland eine echte Chance für das Bezahlen mit dem Handy.

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