Digital DigitalMarketing Digitalisierung Technologie

Bezahllösungen für online und stationären Handel

Knapp 15 Prozent der Online-Shopper brechen ihren Einkauf im Check-out ab – also dort, wo es u.a. um die Auswahl eines passenden Zahlverfahrens geht. Nicht ohne Grund: Denn Kundenwunsch und Angebot seitens der Händler klaffen hier oft auseinander. Zu 78% würden die deutschen Verbraucher nämlich am liebsten per herkömmlicher Rechnung bezahlen, verrät eine aktuelle Studie des ECC Köln. An zweiter und dritter Stelle folgen elektronische Bezahlverfahren wie Paypal und Lastschriftverfahren, ganz weit hinten rangieren Vorkasse und Nachnahme. Wie wichtig den Käufern dabei die eigene Vorliebe ist, zeigt sich unmittelbar in den Umsätzen der Händler: Bei 75% der Händler machte sich die Einführung von Paypal in einer Umsatzsteigerung von rund 23% bemerkbar.

PayPal revolutionierte vor einigen Jahren den Online-Payment-Markt und etablierte sich schnell neben Modellen wie Vorauskasse, Zahlung per Rechnung oder Nachnahme. Sowohl Paypal als auch andere artverwandte Integrationen wie ClickAndBuy oder Amazon Payments verdienen an den Shop-Betreibern, die ihren Kunden den einfachen Online-Kaufprozess als Service bieten möchten: Zwischen 1,9 und 2,9 Prozent der Transaktionssumme sowie etwa 30 bis 35 Cent gehen bei der Transaktion an den Payment-Anbieter.

Die Zukunft des E-Payment gestaltet sich analog zur kontinuierlichen Entwicklung des Handels in Richtung Omni-Channel: Die Kunden möchten verschiedene Informations- und Vertriebskanäle gleichzeitig und parallel nutzen. Sie informieren sich beispielsweise im Internet zuerst über gewünschte Produkte, nutzen dann E-Commerce- und M-Commerce-Angebote für einen Preisvergleich und testen danach im stationären Handel das reale Produkt. Diese Entwicklung schmelzt E-Commerce und klassischen Handel zusammen und zwingt beide zu Veränderungen. Ähnlich wie im internationalen Handel müssen sich die neuen Möglichkeiten zahlungstechnisch adäquat abbilden und abwickeln lassen. Etwa indem Zahlungen am Point-of-Sale und im Onlineshop mithilfe derselben Payment-Software erfasst, durchgeführt und überwacht werden. Dem tragen einige Zahlungsinstitute, Banken und PSP Rechnung, indem sie Zahlungsmittel wie Kredit- oder Debitkarte, Lastschrift, Vorkasse, Überweisung, Wallet-Transfer und Payment-App miteinander verknüpfen, so dass den Konsumenten dieselben Zahlungsarten auf allen Kanälen zur Verfügung stehen.

Genau in diese Richtung weisen die jüngsten Bestrebungen von Paypal, auch den stationären Handel in Deutschland zu erobern. Zum Beispiel mit einem Pilotprojekt, das auf BLE (Bluetooth Low Energy) und Apples „iBeacons“ (kleine drahtlose Sensoren) baut, die im Ladengeschäft verteilt werden. Damit können Händler ihre Kunden während ihrer gesamten Customer Journey im Laden begleiten: Bereits vor dem Eingang besondere Angebote offerieren, sie mittels Indoor-Navigation durch den Laden führen und an den richtigen Stellen auf Rabatte und Aktionen aufmerksam machen. Kommen die Kunden in die Nähe einer Kasse, wird eine mobile Zahlungsfunktion angeboten, mit der sie ihre Einkäufe bezahlen können – Wartezeiten an der Kasse entfallen gänzlich.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.