Digital Touch Digitalisierung Digitale Transformation Dexperty

Neue Top-Level-Domains: Markenrechtsverletzungen bei neuen Domains vorbeugen

„Neue gTLDs bedeuten auch eine mögliche Bedrohung geistigen Eigentums.“ – Thomas Rickert, Director Names & Numbers im eco Verband.

Im November 2013 verkündete die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) die Einführung neuer Domain-Endungen, den sogenannten Top-Level-Domains (TLD). Neben bekannten Endungen wie .de oder .com soll es zukünftig auch Namen wie .berlin, .cool oder .bmw geben. Aber was bedeutet dies für Unternehmen? Welche Vorteile haben neue TLDs? Und wie schützt man die eigenen Marken?

Eine kurze Einführung zum Thema gibt der eco Verband e. V. in seinem Gastbeitrag. In den nächsten Wochen präsentieren wir Ihnen zudem Beiträge von einzelnen Anbietern dieser neuen TLDs. So erhalten Sie einen umfassenden Einblick in das Thema „neue Domains“!

eco Verband: Mittelstand muss Markenrechtsverletzungen bei neuen Domains vorbeugen

Neben bekannten Sunrise – Sonnenaufgang, so heisst im Fachjargon die Phase, in der Markeninhaber vor der Allgemeinheit Domainanmeldungen vornehmen können, und zwar jetzt!

Im Internet beginnt ein neues Zeitalter: Seit Ende 2013 kommen jede Woche durchschnittlich zwei neue generische Top Level Domains (gTLDs) wie .web, .nike, .sport oder .berlin auf den Markt. Die größte Einführung neuer Endungen aller Zeiten der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ist bereits in vollem Gange. Am Ende dieses Marathons wird das Domain-Name-System (DNS) um mehr als weltweit 1.400 neue Endungen reicher sein.

„Die neue Vielfalt stellt insbesondere Markeninhabern und Unternehmen eine große Auswahl von neuen Web-Adressen zur Verfügung – nicht nur für Onlineshops und Websites, sondern auch für E-Mail-Adressen im Onlinemarketing. Gleichzeitig führt dies aber auch zu neuen Herausforderungen beim Schutz von Marken“, erklärt Thomas Rickert, Director Names & Numbers im eco Verband. „Neue gTLDs bedeuten auch eine mögliche Bedrohung geistigen Eigentums.“ Schließlich bieten sich für unberechtigte Dritte zahlreiche Gelegenheiten, Domains mit renommierten Markennamen zu besetzten, das so genannte Cybersquatting.

Trademark Clearinghouse soll Verletzung von Markenrechten vermeiden
Um der Besetzung neuer Domain-Endungen durch Dritte Einhalt zu gebieten, hat die ICANN im März 2013 das Trademark Clearinghouse (TMCH) ins Leben gerufen, damit Markeninhaber ihre Rechte während der DNS-Erweiterung schützen und durchsetzen können. „Trotz dieser wichtigen Funktion ist die Nachfrage bislang verhalten. Im März 2014 waren weltweit lediglich 10.000 Marken und 28.000 Markenzeichen registriert“, warnt der Domainrechtsexperte Rickert vor dem nachlässigen Umgang mit dem Schutz eingetragener Markenrechte.

Aufwachen! – Die Sonne geht auf!
Die Einführung jeder neuer gTLD beginnt mit einer vorgeschriebenen „Sunrise-Phase“ von mindestens 30 Tagen. Wer seine Marke im TMCH eingetragen hat, kann während der Sunrise-Phase „seine“ Domain registrieren. Erst im Anschluss daran werden die Domains der Öffentlichkeit angeboten. In Deutschland sind mit .ruhr und .berlin bereits zwei regionale Domain-Endungen auf den Markt gekommen.

Kleinere Unternehmen sind schlechter vorbereitet
Die ICANN gab im Rahmen ihres letzten Meetings in Singapur bekannt, dass vom TMCH trotz der vergleichsweise geringen Anzahl von Anmeldungen bereits mehr als 500.000 Hinweise auf mögliche Rechtverletzungen an Markeninhaber verschickt wurden. 95% der gemeldeten Registrierungsversuche wurden nicht weiter verfolgt – ein eindeutiger Hinweis, dass die Registrierung von Markenzeichen im TMCH sinnvoll ist und dem Schutz der eigenen Markenrechte dient.

eco Verband rät zur Anmeldung im Trademark Clearinghouse
Daher ruft Thomas Rickert auf, schnell zu handeln: „eco empfiehlt zu prüfen, ob eine Anmeldung der eigenen Marke im Trademark Clearing House sinnvoll ist. Markeninhaber sollten ein Interesse daran haben, dass ihre Zeichen durch Fremdregistrierungen nicht verletzt werden. Viele Unternehmen verfügen zudem über Marken, die in anderen Ländern oder anderen Waren- und Dienstleistungsklassen identisch zugunsten Dritter angemeldet sind. Wer hier keine Chancen verspielen will, muss aktiv werden, damit der ‚größte Sunrise aller Zeiten‘ für Markeninhaber nicht zum größten Reinfall aller Zeiten wird.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.