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Deutschen Branchen fehlt die „digitale Reife“

Zu den aktuell wichtigsten Wirtschaftsthemen weltweit zählt die digitale Transformation, also der Einsatz von digitalen Lösungen zur Steigerung von Umsatz, Reichweite und Wachstum.

Das Manager Magazin hat kürzlich in einer Studie gemeinsam mit der Boston Consulting Group die wichtigsten Branchen in Deutschland analysiert und festgestellt: Im Bereich der Digitalisierung läuft die deutsche Wirtschaft in fast allen Bereichen anderen Ländern hinterher.

Das Manager Magazin spricht von einer „digitalen Reife“, die sich vor allem bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Onlinekundenbeziehungen und der Automatisierung von Prozessen zeigt. Insgesamt sieben deutsche Schlüsselbranchen wurden untersucht. In Deutschland haben das Gesundheitswesen, die Telekom-, Informations- und Medienindustrie sowie Banken und Versicherungen bei der Digitalisierung im globalen Vergleich zu führenden Wettbewerbern noch sehr deutlichen Nachholbedarf. Andere Branchen wie Automobil und Logistik oder der Einzelhandel dagegen können mit der globalen Konkurrenz derzeit noch mithalten.

Im Rahmen der digitalen Transformation müssen sich aber nicht nur Branchen weiter entwickeln, sondern auch einzelne Unternehmensbereiche wie Personal, Marketing oder Unternehmenskommunikation. Einen guten Eindruck der anstehenden Veränderungen alleine im Marketing vermittelt die Digital Marketing Transit Map von Gartner.
GartnerDigitalMarketingTransitMap

Natürlich bleiben auch Messen als die eigentlichen „Branchen-Marktplätze“ und „Marketing-Höhepunkte“ vieler Unternehmen bei dieser Entwicklung nicht außen vor. Hier gilt es, adäquate digitale Services zu entwickeln, die das hohe Match-Making-Potenzial von Messen noch weiter ausbauen. Nicht zuletzt deshalb hat die EMECA (European Major Exhibition Centres Association) jüngst ihre Digital Business Declaration formuliert. Damit Aussteller durch enge Verzahnung des eigenen Digital Marketings mit digitalen Services der Veranstalter ihre Marketing-Investitionen noch erfolgreicher platzieren können.

Die zunehmende Digitalisierung eröffnet im Messegeschäft vielfältige Möglichkeiten für neue Service-Angebote zur Optimierung der Kontaktanbahnung und der Vernetzung zwischen Ausstellern und Kunden.

Für Aussteller und Besucher heißt das, dass sich neue Marketingoptionen rund um die bewährte Messeteilnahme entwickeln: Digitale Werbung, AdWords-Kampagnen, Videoeinsatz, Apps oder branchenspezifische Match-Making-Plattformen. Insbesondere letztere können den Erfolg der eigenen Messepräsenz weiter verbessern und vor allem über die eigentliche Messedauer auf eine ganzjährige Präsenz im Web erweitern mit dem Effekt zusätzlicher Leads und Kundenkontakte.

Titelseite_BroschuereMit digitalen Services und Marketingangeboten entwickeln sich Messegesellschaften zu noch wichtigeren Marketingpartnern der Branchen und Aussteller. Das führt zu einem beginnenden Umdenken in den Unternehmen, was die Verteilung der Marketingbudgets betrifft – eine neue Entwicklung, zu der es bisher kaum Marktanalysen gibt. Als einer der Trendsetter bei der Digitalisierung des Messegeschäfts hat deshalb das Team von Dexperty, den Digital Experten der Messe Frankfurt, in diesem Jahr erstmals die Studie „Kommunikation im Messeumfeld auf dem Prüfstand“. Sie bietet nicht nur Einblicke in aktuelle Entwicklungen beim Messe-Marketing, sondern liefert dem interessierten Leser auch Impulse und Benchmarks für die eigene Marketing-Strategie in Bezug auf den Grad der Digitalisierung seiner eigenen Aktivitäten. Letztlich zeigt unsere Untersuchung aber auch, dass alleine im digitalen Marketing bei vielen Ausstellern noch sehr deutlich Luft noch oben ist.

Die in manchen Szenarien beschriebene vollständige Digitalisierung oder Virtualisierung des Geschäftslebens und damit auch von Messen ist jedoch nicht zu erwarten. Als „Lagerfeuer“ ganzer Branchen und Industrien sind Messen für die unmittelbare Begegnung der Community und das Business-Matching weiterhin von zentraler Bedeutung. Das zeigt nicht zuletzt die wachsende Zahl an Kongressen, Events und Messen. Man inszeniert die eigene Marke, schaut, was es im Markt Neues gibt, tauscht sich aus, erweitert das eigene Netzwerk und bahnt Geschäfte an. Menschen wollen Menschen persönlich treffen. Hier gilt und wird weiter gelten: „Face to Face“ schlägt den virtuellen Austausch.

 

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