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Städteplanung auf digital

Der stationäre Handel steht seit Jahren unter dem Wettbewerbsdruck des Online-Handels. Im Web existieren ausgefeilte Werbetechnologien, die der stationäre Handel nicht kennt. Eine Option „Waffengleichheit“ für regionale Einzelhändler herzustellen ist, das Tor zum Internet als zusätzlichen Vertriebsweg aufzustoßen. Dass es hierzu meist nur weniger Impulse und simplen Werkzeuges bedarf, beschreibt Detlef Sander, Geschäftsführer Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft, im Interview.

Herr Sander, Sie beschäftigen sich mit Marketing-Methoden für den stationären Handel. Warum sehen Sie ausgerechnet dort einen Bedarf?
Der stationäre Handel steht seit Jahren unter dem Wettbewerbsdruck des Online-Handels. Hinsichtlich Kostenstrukturen und Bequemlichkeit für den Kunden kann der stationäre Handel nicht mithalten. Im Online-Handel existieren ausgefeilteste Werbetechnologien, die der stationäre Handel nicht kennt. Hier sehe ich einen enormen Nachholbedarf des regionalen Handels, um „Waffengleichheit“ im Marketing herzustellen.

Was empfehlen Sie einem inhabergeführten Handel, um gegenüber einem Online-Shop wettbewerbsfähig zu sein?
Der Shop-Inhaber sollte sich mit modernen Mobile-Technologien beschäftigen, oder sich notfalls extern beraten lassen. Die Nutzung von Mobile-Marketing eröffnet dem stationären Handel zumindest annähernd ähnliche Möglichkeiten, wie sie im Online-Handel bereits seit langem (und sehr erfolgreich) existieren. Es geht darum, potenziellen Kunden, die sich in der Nähe befinden, das eigene Warenangebot bekannt zu machen und diese mit unterschiedlichen Methoden in den eigenen Shop zu holen. Kombiniert man dies mit User-Profilbildung, können gezielt Personen angesprochen werden, die ein potenzielles Interesse an dem Warenangebot haben.

Welche Erfahrungen haben Sie in bereits umgesetzten Projekten im stationären Handel gemacht?
Wir setzen in den Projekten auf technisch einfache Systeme wie PremioCent, um besonders kleinere Händler zu fördern. Dennoch ist es häufig so, dass die Inhaber aufgrund fehlender Grundkenntnisse die Marketing-Produkte nicht unterscheiden. Da wird gerne ein QR-Code, der auf nur die Homepage verweist mit dem QR-Code eines Incentive-Systems gleich gesetzt. Das führt dazu, dass die Händler auch Opfer von dubiosen Startups und Beratern werden. Oft wird ein kurzfristiger Erfolg erwartet, der aber meist nicht eintritt. Man sollte so einem neuen Marketing-Kanal 1-2 Jahre Zeit geben, sich zu entwickeln und alle sich bietenden Möglichkeiten ausnutzen. Wenn eine neue Stadt-App entwickelt wird, in der sich die Wirtschaft integrieren kann, muss diese App selbst erst einmal Bekanntheit gewinnen und eine Nutzerbasis aufbauen, um einen signifikanten Werbeerfolg zu erzeugen.

Viele Händler machen auch den Fehler, eine eigene App zu entwickeln. Diese kostet viel Geld und bringt keine neuen Kunden, weil die Reichweite der App sich nur im Bereich der eigenen Kundenbasis bewegt. Als Kundenbindungsinstrument kann die eigene App dagegen sinnvoll sein. Neue Kunden gewinnt nur, wer in Medien mit guter Reichweite wirbt. Hier können die Städte mit ihren Mobil-Portalen und Apps ein attraktiver Partner sein.

Hören Sie Detlef Sander am ersten Messetag (30.8.2014 / 11:00 Uhr) der Webchance zum Thema „Neue Chance für den stationären Handel mit mobilem Marketing auf den Smartphones der Kunden“.

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