People-dexperty-portrait

PR 2.0: Blogger-Relations

Blogger sind heute ebenso Meinungsmacher wie Journalisten, das hat auch die Messe Frankfurt erkannt. Seit 2014 werden daher auf vielen Veranstaltungen offizielle Bloggertreffen organisiert. Stefanie Hombach, Manager Online-Marketing bei dexperty, geht im folgenden Artikel auf die Besonderheiten in der Zusammenarbeit mit Bloggern ein:

Sie greifen Trends auf, setzen eigene und haben einen zunehmend größeren Einfluss auf die klassischen Medien. Während die Journalisten Konkurrenz wittern, entdeckt die PR-Branche eine neue Zielgruppe mit hoher Relevanz: Denn Blogbeiträge besitzen bei ihrer Leserschaft eine hohe Glaubwürdigkeit und Seriosität, da sie meist sehr privat und ehrlich, vor allem aber völlig unabhängig sind. Außerdem verlinken Blogbeiträge oft zu Videos oder Produktwebsites, und sind somit auch ein relevanter Traffic-Lieferant.

Laut dem ersten  Blogbarometer von Iprex, für das europaweit 1.188 Blogger befragt wurden, wurden dementsprechend bereits 84 Prozent der befragten deutschen Blogger von Unternehmen zu PR- oder Marketingzwecken angesprochen. Ein Viertel wird mehrmals pro Woche kontaktiert, 18 Prozent sogar täglich.

Mehr als die Hälfte von ihnen sieht diese Kontakte grundsätzlich positiv und wünscht sich sogar mehr davon. Allerdings wünschen sich Blogger generell, dass die PR-Verantwortlichen lernen, mit der „neuen“ Zielgruppe richtig umzugehen. Häufig werden einfach nur Pressemeldungen und Journalisten-Infos weiterverwertet und kommentarlos an die Blogger geschickt. Das Problem: Blogger sind keine Journalisten und können mit dem angelieferten Material wenig anfangen. Zumal Pressetext einfach nicht auf persönliche Blogs passen und möglicherweise sogar die Reputation verletzen würden.

Die neue PR-Strategie „Blogger-Relations“ bedarf einer neuen, völlig anderen Herangehensweise:

1. Persönliche Kontaktaufnahme

Blogger wollen nicht Empfänger von Serien-Mails sein, sondern persönlich angesprochen werden, am besten auf die Art, die dem Blog-Stil entspricht (z.B. mit dem Vornamen statt förmlicher Anrede). Hier ist klassisches Netzwerken gefragt: Jeder neue Kontakt will erarbeitet sein, das braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Auf jeden Fall sollte vor dem Versenden von Infos und Material unbedingt kurz angefragt werden, ob dies erwünscht ist.

 2. Material-Lieferung
  • Kurze, thematisch und stilistisch zum Blog passende Texte mit Mehrwert und möglichst Links zu weiteren Multimedia-Inhalten oder Hintergrundinfos.
  • Gutes Bildmaterial, das juristisch bedenkenlos eingesetzt werden darf. 72dpi reichen vollkommen aus, riesige Dateien mit Druckqualität belasten nur das Postfach.
  • Links zu weiterführenden Infos, Videos, Slideshares oder thematisch ähnlichen Beiträgen

Nahezu alle Blogger schreiben ihre Texte ausnahmslos selbst. Fertig vorformulierte PR-Texte sind daher nicht hilfreich sondern eher hinderlich.

Das Material kann auch prima über einen Social Media Newsroom (z.B. www.pr.co) zur Verfügung gestellt werden.

3. Nachfassen

Es ist okay, wenn man Blogger nach einigen Wochen nochmal kontaktiert und evt. neues Material anbietet. Alles andere jedoch wirkt aufdringlich: Blogger sind meist Privatpersonen, die aus Interesse, Leidenschaft und Hobby publizieren. Sie wollen keinesfalls per Telefon oder Email bedrängt werden oder sich dafür rechtfertigen müssen, warum sie einen Beitrag nicht veröffentlicht haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.