Digitalisierter Flurfunk

Digitale Kanäle wie soziale Netzwerke, Foren oder Unternehmens-Blogs werden von den meisten Unternehmen bislang vor allem für die externe Kommunikation genutzt. Nur etwa 17 Prozent der Unternehmen setzen sie nach einer Umfrage des BITKOM auch für den internen Informationsaustausch im Unternehmen ein. Und nur 11% nutzen sie im Sinne der Zusammenarbeit.

Die zu bewältigende Schwierigkeit liegt darin, dass der Wandel über die Instrumente selbst hinaus geht: Für die optimale Nutzung der kollaborierenden Möglichkeiten mit Blogs, Wikis oder sozialen Netzwerken bedarf es auch eines Wandels hin zu einer offenen, transparenten und interaktiven Zusammenarbeit. Die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten müssen vom einzelnen Mitarbeiter verstanden und genutzt werden können: Informationen werden nicht nur konsumiert, sondern von den Nutzern aktiv selbst erstellt, geteilt und bereichert.

Die Initiative lohnt, wie die BITKOM-Studie weiter zeigt: Wer den Wandel zum kollaborativen Unternehmen schafft, ist innovativer, erfolgreicher und durchsetzungsfähiger im Markt. So wurden in einer empirischen Untersuchung bei Deloitte Australien zwei Teams miteinander verglichen: Während das eine auf konventionelle Methoden setzte, arbeitete das andere mit Social-Collaboration-Tools und erzielte signifikant bessere Resultate. Zudem waren die Mitarbeiter des „Social“-Teams zufriedener und hatten einen besseren Teamgeist. So kann Kollaboration die Zusammenarbeit zwischen ganzen Organisationseinheiten (z.B. Tochterunternehmen, strategischen und operativen Einheiten oder Managementkreise) eines Unternehmens verbessern und damit die Effektivität des gesamten Unternehmens steigern.

Die einzelnen Werkzeuge werden dabei im Idealfall z.B. im Intranet integriert. Ein solches „Social Intranet“ kann ähnlich wie Facebook aufgebaut sein.

  • Jeder Mitarbeiter bekommt über ein persönliches Profil, das innerhalb des Netzwerks zum Auffinden von Experten und somit zum Aufbau bzw. Pflege des eigenen Netzwerks dient.
  • Die Mitarbeiter können in Blogs und Foren ihre aktuellen Aktivitäten vor- und darstellen, um Feedback oder Rat bitten und ihr Wissen mit anderen teilen. Anders als bei E-Mails bleiben die Beiträge erhalten, können also auch zu anderen Zeitpunkten wiedergefunden werden und anderen Mitarbeitern als Informationsquelle dienen. Eine ähnliche Funktion erfüllen sogenannte Wikis nach dem Vorbild von Wikipedia: „Wissens-Dokumentationen“, die dank der Zusammenarbeit verschiedener Personen ein hohes Maß an inhaltlicher Tiefe und Qualität beinhalten.
  • Es können sich Arbeitsgruppen bzw. Communities formieren, die Mitarbeiter mit übereinstimmenden Interessen, Zuständigkeiten oder überschneidenden Fachgebieten zusammenführen (z.B. Einkauf, IT oder Projektgruppen). Das erleichtert Austausch, Zusammenarbeit und Kommunikation zum gemeinsamen Themenschwerpunkt – ohne Einstiegshürden und Hierarchien.
  • Mit Chats, Video-Konferenzen und Screensharing ist Echtzeit-Kommunikation über zeitliche, räumliche, fachliche und sprachliche Grenzen hinweg möglich.

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