Nachhaltigkeit

Schafft Digitalisierung eine nachhaltigere Welt?

Lifestyle und Wirtschaft stehen derzeit ganz im Zeichen der Digitalisierung – was dem parallel wachsenden Ruf nach Nachhaltigkeit in vielen Aspekten stark entgegenkommt. Viele Verbesserungen wären ohne digitale Technologie undenkbar. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

Die Digitalisierung schafft in vielen Fällen optimale Vorausetzungen für ein Umdenken bzw. die konkreten Veränderungen zum nachhaltigen Wirtschaften. Mobile Endgeräte beispielsweise können viele gedruckte Papiererzeugnisse ersetzen, wie z.B. mit Apps, die nicht nur das Herumschleppen schwerer Kataloge und Prospekte ersparen, sondern eben auch deren Produktion auf ein Minimum reduzieren. Auch die computergesteuerte Regulation im Internet der Dinge macht vieles bequemer und hilft zugleich, Ressourcen einzusparen, wie z.B. beim elektronisch gesteuerten Thermostat für Heizungen. Meeting-Technologien wie Chats und Video-Konferenzen können CO2-intensive Flugreisen und damit Geld- und Zeitaufwand auf ein Minium reduzieren, und dank Online-Shopping erhalten auch namenlose, alternative Produzenten die Möglichkeit, ihre Produkte auf „Augenhöhe“ mit den Global-Playern einem breiten Publikum zu präsentieren und abzusetzen.

So durchdringt die Digitalisierung unaufhaltsam alle Branchen – was aber nicht immer nur positive Auswirkungen mit sich bringt. Wie ein großer Besen fegt sie manche Branchen einfach fort, wenn jahrzehntelang etablierte Geschäftsmodelle und altbewährte Geschäftsprozesse nicht mehr ins Digitale passen oder durch Besseres ersetzt werden. Mittlerweile warnen Marktanalysten, Unternehmensberater und Trendforscher eindringlich vor den Folgen des digitalen Umbruchs: Unternehmen sollten schleunigst ihre Strategie anpassen und ihre Geschäftsprozesse vernetzen. Wer heute nicht digitalisiert, wird früher oder später untergehen.

Was die soziale Komponente der Nachhaltigkeit angeht (wie z.B. faire Arbeitsbedingungen und Löhne), malte erst im vergangenen Monat eine Analyse der Deutschen Bank ein düsteres Bild. Weil die digitale Revolution und das Internet zahlreiche von Menschen ausgeübte Tätigkeiten überflüssig machen, erlebe die Arbeit in den entwickelten Ländern die markantesten Veränderungen seit Generationen. „Zum ersten Mal seit der industriellen Revolution zerstört neue Technologie mehr Arbeitsplätze, als sie neue mobilisieren kann“, prognostiziert Aleksandar Kocic, Managing Director Research der Bank in New York. Daraus ergebe sich eine negative Rückkopplung auf die Löhne der verbliebenen Arbeiter, und mit den niedrigeren Löhnen eine höhere Abhängigkeit von Krediten.

Auch wenn die Zahl der Schwarzmaler und Pessimisten groß ist, die Chancenverwerter überwiegen. Der digitale Wandel bietet auch neue Möglichkeiten, sagen sie. So ist es dank Internet viel einfacher geworden, Arbeit und Privatleben miteinander zu verbinden, und im Prinzip eröffnen sich jedem zahllose Möglichkeiten, selbständig auf eigene Faust und Rechnung zu agieren. Wer seine Firma oder seinen Betrieb technisch fit hält, kann im internationalen Wettbewerb locker mithalten. Das fängt mit einer guten Internet-Präsenz an und geht über die Vernetzung mit Standorten, Partnern, Lieferanten und Kunden bis zur Nutzung der Cloud.

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