Virtuelle Pressekonferenzen

Pressekonferenzen gehören dank ihrer typischen Attribute wie Aktualität, Nähe und Relevanz zu den wichtigsten Instrumenten der Pressearbeit. Dank moderner Technologien werden aber auch sie zunehmend „digitalisiert“: Durch paralleles Streaming erweitert oder gar völlig ersetzt. Wo geht die Reise hin?

Wer über den Einsatz digitaler Streaming-Technologien für Pressekonferenzen nachdenkt, dem eröffnen sich grundsätzlich zwei Varianten:

  1. Die Live-Übertragung einer realen Pressekonferenz, an der somit auch solche Journalisten teilnehmen können, die aus Zeit- oder Kostengründen nicht vor Ort sein können. Dass diese Art einer zusätzlichen Plattform immer beliebter wird, zeigte eine Studie von news-aktuell: Während im Jahr 2012 lediglich fünf Prozent der befragten Redakteure einen Video-Livestream für „wichtig“ oder „sehr wichtig“ hielten, waren es ein Jahr später bereits 25 Prozent. Mittlerweile ist diese Form völlig normal geworden: Ob Präsident Obama oder Kanzlerin Merkel, der Deutsche Fußball-Bund DFB oder internationale Unternehmen wie Continental oder die Messe Frankfurt – sie alle nutzen die Vorteile der virtuellen Konferenzraum-Erweiterung geschickt aus.
    Beispiel: Die Aufzeichnungen der Pressekonferenzen zur Techtextil und Texprocess Anfang 2015, bei denen die zugeschalteten Teilnehmer auch Fragen per Chat stellen konnten.
  2. Ein ebenso zunehmend Verbreitung findendes Format ist die digitale Webkonferenz, die rein virtuell ohne Publikum vor Ort stattfindet. Ein probates Mittel, um mit kleinstem Budget und Aufwand einen exklusiven Teilnehmerkreis über bestimmte Themen zu informieren und diese im Zuge einer Webkonferenz mit Expertendiskussion zu vertiefen.
    Damit kann ortsunabhängig ein großer, auch internationaler Teilnehmerkreis erreicht werden, und die Video-Aufzeichnung bietet natürlich auch hier Gelegenheit, Content für den Aufruf zu einem späteren Zeitpunkt zu generieren.

Die Qualität der Übertragung und die mediale Gestaltung hängen dabei natürlich stark vom Budget ab. Von der kleinsten Lösung mit nur einer Kamera und simplem Streaming bis zum Einsatz eines ganzen Kamera-Teams mit Live-Schnittregie, externer Ton-Einspeisung, Integration von Chat-Dialogen, Einspielen von Präsentationen etc. – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Streaming-Dienstleister wie Ustream oder GotoMeeting bieten hier zahlreiche Optionen, doch auch mit kostenlosen Streaming-Angeboten wie „YouTube live“ oder Google „Hangouts“ sind bereits beeindruckende Ergebnisse realisierbar.

Diese ersetzen zwar die klassische Pressemitteilung nicht, bilden aber eine sehr wichtige Ergänzung: Für die Journalisten macht es einen großen Unterschied, ob sie Neuigkeiten direkt von der Quelle erfahren, unmittelbar Fragen stellen können und zahlreiche Hintergrundinfos bekommen, die oft viel mehr Stoff für den Redaktionsalltag bieten als ein Pressetext. Ein Computer oder Smartphone mit Internetverbindung und Lautsprecher reicht als Empfangsgerät vollkommen aus.

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