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Native Advertising – Cevahir Ejder im Interview

Cevahir Ejder, Geschäftsführer bei Seeding Alliance GmbH, hat das Aufkommen von Native Advertising Formaten fest im Blick. Als Vermarkter von Native Ads weiß er, welche Probleme, Risiken und Chancen auf das Marketing warten und wo noch viel Potential drin steckt.

  1. Was ist Native Advertising?

Es gibt bislang noch keine endgültige einheitliche Native Advertising Definition. Auf dem Native Ads Camp im vergangenen März in Köln wurde klar: Jeder Anbieter definiert Native Advertising ein Stück anders.

Bei Native Advertising handelt es sich nicht um bereits bekannte Werbeformate wie beispielsweise Banner oder Pop-Ups. Denn diese Werbeformate werden mittlerweile fast vollständig von den Usern ignoriert und teilweise über AdBlocker ausgesperrt.

Die Werbebranche benötigt neue authentische Werbeformate. Genau hier kommt Native Advertising ins Spiel. Für eine Native Advertising Werbekampagne wird ein redaktioneller Content speziell für eine Kampagne verfasst. Diese wird dann als Anzeige gekennzeichnet, so natürlich wie möglich in das Medium eingebettet, ohne dass sie dabei vom User als störende Werbung wahrgenommen wird.

Anstatt klassische Advertorials einzeln und manuell in das Redaktionssystem der jeweiligen Publikation einzupflegen, kann der Content ab sofort auf vielen verschiedenen Medien gleichzeitig erscheinen. Somit können werbetreibende Unternehmen vollkommen automatisiert und skaliert ihre Inhalte publizieren. Eine Publizierung von kompletten Rubriken ist neuerdings sogar auch möglich und besonders gut für Werbungtreibende geeignet, die ganze Themenwelten inhaltlich abdecken wollen.

  1. Was ist beim Native Advertising zu beachten?

Der Fokus liegt auf dem Content, der einen Mehrwert bietet und den User inhaltlich ansprechen soll. Hier kommt besonders das Storytelling zum Einsatz. Der Leser soll in eine Story eingebunden werden, die er als Lesenswert ansieht und das User-Engagement durch Social Shares, langen Verweildauern, Click-Outs aus dem Content etc. steigt.

Diese qualitativ hochwertigen Anzeigen unterscheiden sich daher von den herkömmlichen Banneranzeigen. In Content können werbetreibende Unternehmen mehr Informationen einbringen. Wichtig ist dabei, dass der Inhalt nicht werblich überladen ist. Sobald der Leser das Gefühl hat, dass es sich bei dem Inhalt um eine reine Verkaufsaktion handelt, wird die Wirkung zerstört.

  1. Wo sehen Sie die Abgrenzung zu anderen Werbeformen?

Wir können beim Native Advertising die Anzeigen so gestalten, dass der User bei einem Klick auf die Anzeige nicht auf eine externe Seite verwiesen wird, sondern auf derselben Webseite verbleibt. Der Artikel öffnet sich innerhalb des Mediums und ist somit komfortabler für den User.

Ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Werbeformen ist, dass die nativen Anzeigen ganz andere Placements erhalten. Direkt im redaktionellen Bereich der Medien werden Premium Placements in Infeed Bereichen (Rubriken-Übersichten) angelegt. Somit konkurrieren Native-Ads nicht mit Banner-Ads.

  1. Worin sehen Sie Chancen, aber eventuell auch Kosten und Risiken?

Für Publisher ergibt sich eine große Chance, da bei Native Ads der Content essentiell ist. Die Anzeige soll durch informativen Inhalt und Mehrwert überzeugen. Dadurch sind vor allem Publisher die wahren Gewinner. Denn hier steht für sie nicht nur deutlich mehr Erlös (eTKPs) in Aussicht, sondern sie erleben ihre Renaissance in der inhaltlichen Relevanz. Sie bleiben nicht mehr nur plakativ ein Werbeträger für Display-Formate, denn Werbung spielt sich in Form von Native Advertising künftig in ihrem Content-Angebot ab. Ein weiterer Vorteil für Publisher ist, dass die neue Werbeform keine Konkurrenz zu bisherigen Werbeformaten darstellt. Native Advertising wird in Bereiche eingebunden, wo bis Dato keine anderen digitalen Werbeformate platziert werden konnten.

Einige klassische Text / Bild Vermarkter bedienen sich an den Top-Placements für Native Advertising Kampagnen. Hier wird der Nutzer in seinem Lesefluss gestört, weil er bei Klick auf eine externe Seite (Landingpage) entführt wird. Für Native Advertising Vermarkter, wie die Seeding Alliance GmbH, stellen solche Vermarkter eine Gefahr dar, da auf Dauer die höheren Klickraten sinken könnten.

  1. Wie zukunftseinnehmend wird das Native Advertising?

Content ist King! Es wird immer mehr Wert auf den Inhalt gelegt, was wiederum ein hohes Potential für Content-Marketing Unternehmen oder PR-Agenturen schafft. Neben vielen technischen Weiterentwicklungen, werden werbetreibende Unternehmen das Werbeformat Native Advertising noch stärker in Ihrer digitalen Strategie einsetzen.

Laut einer Studie von Yahoo, wird im Jahre 2020 mehr als die Hälfte der digital ausgespielten Werbung das Native Advertising ausmachen. Demnach werden die Ausgaben für Native Advertising alleine in Europa in den nächsten fünf Jahren um das 2,6-fache von 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 13,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 wachsen.

Unsere bisherigen Erfahrungen und Feedbacks von Mediaagenturen belegen diese Studie.

Cevahir Ejder im Interview, GF Seeding Alliance GmbH

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