Digitaltrends

Die wichtigsten Digitaltrends 2017

Fake News, Künstliche Intelligenz (KI), Live-Videos und Chat Bots– die jüngsten Digitaltrends konfrontieren Marketingexperten mit zahlreichen neuen Herausforderungen. Wir fassen die sechs wichtigsten Themen des Interaction Berichts der Mediaagentur GroupM  zusammen.

1. Artificial Intelligence und Chatbots

Kaum ein Digitaltrend wird derzeit heißer diskutiert als Chatbots, die auf der Grundlage von Artificial Intelligence die automatisierte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine möglich machen. Doch was haben Siri, Google Now, Amazon Alexa oder der von Facebook angekündigte smarte Assistent M mit Marketing zu tun?

Enorm viel: Sie ermöglichen es, eigene Services zu verbessern, die Nutzer wesentlich besser kennenzulernen und Marketinginhalte gezielt an Geschmack, Hobbies und Interessen der Zielgruppe anzupassen. Für Christoph Duscynski, Senior Product & Project Manager bei GroupM, wird die Kommunikation mit einem Unternehmen via Chatbot Messenger in Zukunft mit Sicherheit genauso selbstverständlich sein, wie heute die App eines Unternehmens im Appstore zu finden ist. Er beschreibt aber gleichzeitig auch die aktuellen Grenzen der noch sehr jungen Technologie: Auch wenn Chatbots die Kommunikationsform der Zukunft seien – die umgesetzten Cases, speziell in Deutschland, seien noch sehr überschaubar und nicht für jedes Unternehmen geignet.

2. Verschmelzung von realer und digitaler Welt

Augmented und Virtual Reality (AR/VR) verknüpfen 2017 endgültig die digitale mit der realen Welt – vor allem auf Messen  dürften diese Technologien auf Resonanz stoßen. Sie ermöglichen es, Messebesuchern Einblicke in ein Unternehmen oder eine Marke zu geben, die bislang verschlossen waren, weil sie vor Ort nicht auf dem Messestand gezeigt werden konnten. Eine virtuelle Reise in das Innere eines Produktes, ein Rundgang durch die Produktion, das Produkt direkt in einem realen Anwendungsszenario – AR und VR bereichern tatsächliche Exponate um digitale Komponenten, die Besuchern ein emotionales, weil unmittelbares Erlebnis bieten.

3. Native Advertising im Fernsehen

Laut GroupM werden 2017 nur noch 17 Cent eines Werbedollars in Fernsehspots investiert (2016 waren es noch 21 Cent). Daher sind neue Werbeformen gefordert, die TV und Social Media verzahnen. Bahlsen beispielsweise hat während des letzten RTL Dschungelcamps mit tagesaktuellen Framesplits, die auf die aktuellen Dschungelprüfungen Bezug genommen haben und in die das eigentliche TV-Programm eingebettet wurden, geworben. Zeitgleich gab es ein VR-Game, in dem die Nutzer Dschungelprüfungen nachspielen konnten. Parallel wurden News aus dem Camp auf Facebook, Instagram und Out-of-Home-Screens gepostet. Die Zuschauer sind nicht mehr länger passive Konsumenten, sondern aktiver Bestandteil der Werbung, die an die Zielgruppe und tagesaktuelle Programminhalte angepasst wird.

4. Die Revolution des Radios

Musik ist immer dabei – im Auto, auf der Arbeit, beim Sport, beim Feiern, zu Hause. Was früher Radio war, sind heute immer häufiger Streaming-Dienste wie Spotify und Deezer. Das interessante daran: Durch ihre Musikauswahl verraten Nutzer gleichzeitig extrem viel über ihren Lebensstil, ihre Aktivitäten, ihre Gemütslagen, ihre Vorlieben. Das gibt Marketern die Möglichkeit, Werbung noch gezielter auszuspielen und ihre Zielgruppen im Idealfall sozusagen rund um die Uhr auch über Streaming Dienste zu begleiten.

5. Live-Videos boomen

Partys, Konzerte, Sportevents oder alltägliche Erlebnisse mit Familie und Freunden – alles, was scheinbar für andere interessant ist, wird mittlerweile auf Facebook, YouTube oder Instagram live gestreamt. Marketingexperten können diesen Boom für sich nutzen, indem sie ihre Fans und Follower mit Live-Videos direkt an Events, Vorträgen oder Roundtables teilhaben lassen, einen exklusiven Blick hinter die Kulissen oder Ähnliches bieten und direkt auf ihre Kommentare antworten.

 6. Vorsicht vor Fake News

Eigentlich sind Fake News ein Paradox in sich. Entweder es ist etwas passiert – oder nicht. Für Werber können falsche Nachrichten höchst unangenehm werden, beispielsweise wenn ihre Anzeigen über Google AdSense oder Programmatic Advertising auf Fake-News-Seiten ausgespielt werden. Webseiten, die für die Verdrehung von Fakten bekannt sind, wirken sich negativ auf das Markenimage aus, da man als Unternehmen nicht Gewolltes mitfinanziert. Ungeachtet der Reichweite die sie erzielen, so rät der Trendbericht von GroupM, erzielten Anzeigen auf authentischen Newsseiten die höchsten Umsätze.

Für mehr Informationen zum Thema wichtige Digitaltrends 2017 lesen Sie auch die Artikel Digital ja – aber mit Umsicht, Neue Navigator-App im Usability-Test: Gutes Ergebnis. und unser Interview Mobilität 4.0 – Studie zur Digitalen Transformation im Bereich Mobilität & Logistik.

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