Blogger- und Influencer-Relations die neuen Social Media Stars.jpg

Blogger, Social-Media-Influencer & Co. – wer sind die neuen Stars der Szene?

Jüngst titelte der Spiegel „Idole des Konsums“ und beschrieb damit die wachsende Zahl der Social-Media Influencer, die aufgrund ihrer Popularität im Social Web als neue Influencer bezeichnet werden. Sie bereichern damit die einst durch Blogger gestartete Entwicklung der mittlerweile selbstverständlichen Medien-Parallelwelt des Social Web. Doch welche Relevanz haben diese Influencer für das Marketing, wie unterscheiden sie sich und wie geht man mit den neuen Meinungsmittlern um?

Blogger haben gezeigt, wie es geht

Die Szene der Blogger und Influencer ist heute so heterogen wie die Themen, mit denen die handelnden Akteure umgehen. Die Mehrzahl der über 200 Millionen Blogs weltweit beschäftigt sich mit privaten Interessen des jeweiligen Bloggers und ist nicht kommerziell ausgerichtet. Es geht um Hobbies, Politik, Musik, Gesundheit und vieles andere mehr.

Parallel hat sich aber auch eine Community an professionellen Bloggern entwickelt, die sich kompetent mit Spezialthemen auseinandersetzen. In der jeweiligen Fachdomäne oder Hobby-Szene gut vernetzt sowie mit hoher medialer Reichweite im Web und in Social Networks haben manche Blogger eine gewichtige Stimme zu Themen und Märkten. Manche leben komplett von ihrem Blog-Engagement oder bloggen im engen Zusammenhang mit ihrer beruflichen Aufgabe.

Journalisten nutzen Blogs um zusätzliche Stories oder Hintergrundthemen zu platzieren, die in klassischen Medienformaten keinen Raum finden. Fachexperten dokumentieren über persönliche Blogs ihre Kompetenz und tauschen sich mit anderen Experten aus. Prominente Köche, Musiker, etc. nutzen ihre Blogs und Social Media Kanäle für ihr Eigen-Marketing. Und im Lifestyle-Bereich haben sich vielfältige Blogs etabliert, die alle Aspekte des schönen Lebens für ihre Leser und Fans unterhaltsam aufbereiten.

Am besten zeigt sich die gebotene Vielfalt in Blogverzeichnissen. (https://www.topblogs.de) Der „professionelle“ Teil der Bloggerszene wurde schon vor Jahren von den PR- und Marketingabteilungen als wichtige Mittlerszene entdeckt und wird meist unter dem Siegel „Blogger-Relations“ von der Unternehmenskommunikation adressiert.

Dann kamen die neuen Influencer, die Stars und Sternchen des Social Webs

Das Prinzip, das diesem Phänomen zugrunde liegt, ist nichts anderes als die altbekannte Mund-zu-Mund-Propaganda: Meinte früher die Frau des Bürgermeisters, dass die Kartoffeln von Bauer Gruber die besten im Dorf seien, sind viele Bewohner auf diese Empfehlung angesprungen und haben fortan bei Gruber eingekauft. Dass die erste Frau im Dorf – und damit eine vermeintlich unabhängige, neutrale Person – die Gruber-Kartoffeln empfiehlt, verleiht der Aussage Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Genauso wirken Influencer im Internet: Celebrities oder junge Sternchen, Fashion-Queens, Hobby-Köche oder Tierliebhaber, die aufgrund der von ihnen kommunizierten Inhalte im Social Web Berühmtheit erlangt haben, posten Texte, Bilder oder Videos, in denen Unternehmen, Marken, Events oder Produkte Erwähnung finden und beeinflussen damit ihre oft großen Follower-Netzwerke. Reichweiten im Millionen-Bereich sind keine Seltenheit und diese lässt man sich auch – teilweise satt – bezahlen.

Influencer Marketing vs. Influencer Relations

Dabei wird grundsätzlich zwischen Influencer-Marketing und Influencer-Relations unterschieden: Influencer Marketing hat zum Ziel, mithilfe gekaufter Posts meist junge Zielgruppen zum Konsum einer bestimmten Marke zu bewegen, weil deren Idole sich damit auf Instagram oder Facebook zeigen. Diese Praxis ist vor allem im Mode- und Lifestyle-Bereich gang und gäbe.

Hier haben sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren zahlreiche meist junge, weibliche Internetstars hervorgetan, die Hochglanzfotos von sich und ihrem luxuriösen Lebensstil posten und damit zu Mode- und Style-Ikonen für mehrere Zehntausend Follower geworden sind. Kleider, Schuhe, Handtaschen, Schmuck – alles, was Instagram- und YouTube-Stars wie „Bibi“ mit ihrem Beauty-Palace oder Leonie Hanne posten, wird von deren Fans verehrt und nachgekauft.

Influencer Relations hingegen sind nicht auf schnelle Reichweite aus, funktionieren dafür aber auch mit komplexeren Produkten im B2B-Bereich. Marketer finden die richtigen, themenaffinen Influencer, indem sie selbst lesen und sich in den Bereichen vernetzen, wo sie mit ihrer Marke und ihren Produkten hinwollen: Welche Blogs, welche Communities, welche Twitter-, Instagram- oder Snapchat-Accounts werden von ihren Zielgruppen gelesen oder abonniert und eignen sich für den Ausbau der eigenen Content-Strategie?

Mithilfe von Hashtag-Recherchen, auf Blog- oder Instagram-Charts findet man Influencer, die mit der anvisierten Zielgruppe vernetzt sind. Und dann gilt wie eh und je: eine vertrauensvolle, langfristige Beziehung auf Augenhöhe aufbauen und guten Content anbieten – mit dem Ziel, dass die Influencer etwas über das Unternehmen oder Produkt veröffentlichen, weil sie davon überzeugt sind und ihre Follower mit interessanten, informativen News versorgen wollen. Wie man die richtigen Blogger findet, wie man mit ihnen in Kontakt tritt und mit ihnen umgeht, an welchen Stellen auch Geld bezahlt wird und wie man den Erfolg von Blogger-Relations misst, erklärt recht umfassend ein Artikel von ThinkSearch.

In allen Kanälen zuhause

Dass der Begriff Influencer Relations langsam aber sicher Blogger Relations ablöst, zeigt, dass Marketer hierbei nicht mehr nur in einer Influencer-Kategorie denken. Entscheidend ist, jeden Influencer individuell mit eigenen Veranstaltungen und Inhalten anzusprechen.

Dabei gibt es ein großes Spektrum unterschiedlicher Aktionen, in deren Rahmen Influencer über ein Unternehmen oder Produkt berichten: Das reicht von Produkttests über Gewinnspiele bis hin zu Events, Reisen und Awards, zu denen Unternehmen ihre Influencer einladen. So hat Audi beispielsweise Elternblogger zu einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit eingeladen, Tech-Blogger konnten hingegen das neue LED-Licht selbst in Norwegen testen.

Nicht zuletzt erkennen Marketiers mittlerweile auch, dass es Influencer immer seltener umsonst gibt. Gute Arbeit und Reichweite wollen bezahlt sein. Dabei geht es nicht um abgehobene sechsstellige Honorare von „Top-Stars“, sondern meist um einige hundert Dollar und vor allem klare Vereinbarungen. Dabei ist auch zu bedenken, dass gerade redaktionell seriös arbeitende Blogger – wie klassische Medien auch – immer darauf achten, ihre Reputation und Popularität nicht durch den Ausverkauf ihrer redaktionellen Integrität und Unabhängigkeit zu gefährden.

Wie Blogger- und Influencer-Relations bei der Messe Frankfurt gehandhabt werden, können Sie in unserem Interview mit Thimo Schwenzfeier nachlesen.

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