Digital footprint AI

KI – die schöne neue Marketing-Welt?

In immer mehr Bereichen unseres Lebens setzen wir Technologien ein und hinterlassen digitale Fußabdrücke. Marken haben heutzutage etliche Möglichkeiten, diese Spuren zu sammeln, zu analysieren und darauf aufbauend Marketing-Maßnahmen zu entwerfen. Erfolgskritisch wird es sein, wie Unternehmen diese riesigen Datenmengen nutzen können und welche Schlussfolgerungen sie für zielgerichtete und maßgeschneiderte Marketingmaßnahmen daraus ziehen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) können Marketer diese Herausforderungen bei der Nutzung dieser Big Data meistern.

Was ist denn überhaupt Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist im wissenschaftlichen Sinn der Oberbegriff zur Beschreibung aller Forschungsfelder, die sich mit der Erbringung menschlicher Intelligenzleistungen durch Maschinen beschäftigen. So gehören zur Künstlichen Intelligenz neben dem Machine Learning Teilgebiete wie wissensbasierte (Experten-) Systeme, Mustererkennung, Robotik, die Verarbeitung natürlicher Sprache und maschinelles Übersetzen. Im Grunde genommen bedeutet Künstliche Intelligenz also, dass eine Maschine oder ein Programm etwas tut, das den Einsatz von menschlicher Intelligenz entspricht.

Warum ist Künstliche Intelligenz für digitales Marketing so wichtig?

Ganz einfach: Die Mehrheit der heutigen Kunden bewegen sich auf ihrem Weg zum Kauf eines Produktes oder Bestellung einer Dienstleistung entlang vieler digitaler Touchpoints hin und her und ist häufig „always on“. Dabei erwarten sie in ihrem Online-Leben mehr Geschwindigkeit, Personalisierung und Genauigkeit ihrer Nutzererfahrung als zuvor. Infolgedessen muss das Marketing im richtigen Moment und auf den Punkt genau agieren können. Und hier macht Künstliche Intelligenz Marketers das Leben leichter. Durch automatisierte Lösungen sind sie in der Lage eine Vielzahl an Datensätze in Echtzeit zu analysieren, um noch besser zu verstehen, wie, was und wann Nutzer etwas kaufen wollen.

Im Marketing gibt es vielfältige Ansatzpunkte für Steuerung von Prozessen durch KI. So sind verschiedene Zukunftsszenarien denkbar, die mit KI möglich werden, wie beispielsweise:

  • zu 100 % personalisierte Automatisierung von Werbeanzeigen und Anpassung von Anzeigentexten
  • die Berechnung von Verkaufsprognosen
  • die vorhersagbare Lieferung von Produkten an den Kunden

Doch müssen auch mögliche Gefahrenpotenziale betrachtet werden:

  • die Beeinträchtigung des Kontakts zum Kunden (z. B. durch Chatbots in der Kundenbetreuung)
  • die Abhängigkeit des Unternehmens von selbstlernenden Systemen und den Plattformen, auf denen die Daten gespeichert werden

Heute nutzen beispielsweise schon viele Unternehmen KI in Form von Chatbots in der Kundenkommunikation. So unterstützt ein Bot Lufthansa-Kunden bei der Suche nach günstigen Flugtickets oder bei Zalando beim Online Shopping.

Zalando Logo

Aber auch bei der Texterstellung übernimmt KI schon zum Teil.  Aktuell zwar erst bei einfachen Texten, in denen strukturierte Daten zur Verfügung stehen, doch auch anspruchsvollere Texte sind in Zukunft denkbar. So lässt beispielsweise die Nachrichtenagentur Associated Press automatisch Ertragsberichte von Unternehmen oder kurze Sportberichte automatisch generieren.

Akzeptanz im Marketing steigt

Nachdem in der jüngsten Vergangenheit noch viel über die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz spekuliert wurde, sind heutzutage viele Unternehmen von der Relevanz von KI überzeugt– insbesondere im Marketing. So ergab eine Umfrage von Forrester Consulting im Auftrag von Emarsys, die im July 2017 durchgeführt wurde, dass mit 88 Prozent die Mehrzahl der Marketingverantwortlichen aus dem Retailbereich der Meinung sind, dass KI-Technologie das Marketing „neu erfindet“, 78 Prozent der Befragten werden innerhalb der nächsten zwölf Monate mehr in diesen Bereich investieren.

emarsys survey

Mit der Einführung von KI werden diverse Marketingtools auf jeden Fall deutlich nutzerfreundlicher. Gleichzeitig wird sie viele der manuellen Tätigkeiten automatisieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Mensch nicht mehr benötigt wird und Marketingexperten vom Aussterben bedroht sind. Denn KI-Lösungen sind bei weitem noch nicht fehlerfrei und funktionieren nur auf Basis der Parameter, die Marketer für sie im Vorfeld genau definiert haben. Menschliches Urteilsvermögen und Feedback bleiben deshalb integrale Bestandteile des Marketing, auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

KI übernimmt, aber nur zum Teil

Eines ist sicher: Anwendungen der Künstlichen Intelligenz werden in den kommenden Jahren im Marketing immer stärker Einzug halten. Alle davon Betroffenen sollten sich deshalb besser heute als morgen mit den Möglichkeiten sowie den Vor- und Nachteilen auseinandersetzen. Insgesamt stellt bei verantwortungsvollem und durchdachtem Einsatz Künstliche Intelligenz eine Chance für die Realisierung zielgerichteter Kampagnen dar, die Kunden im richtigen Moment erreichen und mehr Return on Invest für das Unternehmen erbringt. Zudem schafft KI durch die Übernahme vieler Aufgaben für das Marketing zusätzlichen Freiraum. So können sich die Experten auf das konzentrieren, was wir Menschen am besten können: kreativ denken, analysieren und netzwerken. Und das sind doch eigentlich rosige Aussichten.

 

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