Hand Holding Smart Phone With Internet Of Things (IoT)

Heiße Startphase für IoT-Marketing beginnt

Das Internet of Things (IoT) nimmt im nächsten Jahr auch im Marketing weiter Fahrt auf. Nicht mehr nur als Theorie, sondern in Form ganz realer Praxisbeispiele. Denn was früher noch ein leeres Buzzword war, ist heute ganz selbstverständlich Teil des Alltags vieler Menschen geworden. Und bis 2020 sollen weltweit mehr 20 Milliarden Geräte Teil des Internet of Things sein, davon fast 13 Milliarden im Konsumentenbereich. Aber was bedeutet diese Entwicklung fürs Marketing?

Der intelligente Kühlschrank war lange das Lieblingsbeispiel in Vorträgen zum Thema IoT auf Marketingkonferenzen. Der Kühlschrank sagt uns, was noch im Kühlschrank liegt, was wir einkaufen müssen und noch wo wir dies am besten machen können. Im Idealfall erledigt er die Bestellung einfach selber. Doch weit verbreitet sind derartige Hightech-Kühlschränke noch nicht. Gefälliger und vor allem unauffälliger haben sich ganz andere IoT-Vertreter im Alltag eingenistet: Die intelligenten Sprachassistenten.

Angebunden an Plattformen wie Amazon oder Google, die sowieso fast jeder nutzt, haben die auf Künstlicher Intelligenz (KI)-basierten Lautsprecher Einzug in die Häuser der Verbraucher gehalten. Im eigenen Zuhause steuern zudem bereits zahlreiche Menschen Heizung, Herd und Thermostat ganz einfach übers Internet. Smarte Geräte von der Küchenmaschine über den Kaffeevollautomat bis hin zur Musikanlage kommunizieren mit dem Menschen, deren sozialen Kreisen und natürlich miteinander. Die intelligenten Geräte können also selbstständig, ohne das Eingreifen ihrer Besitzer, Handlungen und Aktionen vorschlagen. Für Marketer eröffnen sich komplett neue Werbeformen – und vor allem Touchpoints.

 Geben Sie dem Kunden den Kontext, den er sucht

Theoretisch stimmt das. Praktisch geht es aber im Moment noch nicht darum, kreative IoT-Marketing Kampagnen zu entwerfen – sondern darum, die eigenen Daten auf dem Stand der Zeit zu halten. Denn mit ihnen arbeiten IoT-basierte Geräte. Deshalb sollten werbungtreibende Unternehmen nun mehr denn je darauf achten, ihre Inhalte auf die Bedürfnisse von Suchmaschinen, also passend zur Sprachsuche zu gestalten.

Texte, die auch für Sprachsuche funktionieren sollen, müssen konkrete Antworten auf sehr konkrete Fragen (wer, wie, was, wann, wo) liefern können. Vor allem aber sollten die Informationen explizit und aktuell gehalten sein. Denn auch standortbasierte Suchen werden bei den Nutzern immer beliebter. Extrem wichtig ist es auch, Inhalte passend zu Kontexten bereit zu halten. Ihre Kunden sitzen heute nicht mehr statisch vor dem Computer am Schreibtisch oder am Smartphone auf der Couch. Sie reisen, kochen und putzen, während sie im Internet surfen. Und weil sie Geräte nutzen, die vernetzt funktionieren, haben werbungtreibende Unternehmen die Chance, diese Kontexte zu kennen und zu ihnen passende Werbung zu kreieren.

 Sichern Sie sich ein Stück vom Datenkuchen

Der wahre Mehrwert vernetzter Geräte für Unternehmen liegt in der Fülle der Daten, die die Kunden ihnen dadurch zur Verfügung stellen. Denn die Geräte erfassen Informationen in der Interaktion der Nutzer mit ihrer Umwelt. Und das auch noch – denkt man an Amazon Echo – im eigenen Zuhause potenzieller Kunden. So kennen IoT-Geräte ihre Besitzer ziemlich genau, wissen Antworten auf Fragen wie: Wann verlässt wer das Haus? Welche Raumtemperatur bevorzugt er? Wie viele Menschen leben gemeinsam in einem Haus und wie stehen sie zueinander in Verbindung?

Die Nutzer der Geräte geben sehr genau Informationen darüber preis, wie sie leben und was sie lieben. Die von IoT-Geräten gesammelten Daten werden damit ein datengesteuertes Marketing ermöglichen, indem Verbraucherdaten in Echtzeit an digitale Vermarkter übermittelt werden. Ein Traum für Marketer, die mit diesem Wissen nicht nur hochindividualisierte Kampagnen an eine sehr spezifische Zielgruppe ausspielen können? Doch soweit sind wir noch nicht.

Interessante Use Cases

Allerdings bietet IoT-Marketing auch heute schon interessante Anwendungen. Wie sich die neuen Einblicke in das individuelle Verhalten der Kunden konkret für clevere Marketing-Aktionen nutzen lassen, zeigen einige Beispiele aus dem B2B-Bereich:

  • Vorausschauender Service: Durch IoT können Hersteller den Zustand und die Leistung von verwendeten Maschinen und Teile bei den Kunden überwachen und besser verstehen. Werden diese Daten sinnvoll ausgewertet, ist beispielsweise eine Kunden-E-Mail denkbar, die an Wartungszeiten oder an die Bestellung von Ersatzteilen erinnert.
  • Gezielte Angebote: IoT-Daten lassen sich auch vertrieblich nutzen und helfen, Werbeangebote gezielt auf einzelne Unternehmen und Nutzer zuzuschneiden. Einblicke in das Nutzungsverhalten von Kunden können beispielsweise in entsprechenden Content wie Blogposts oder in spezifischere Angebote einfließen.
  • Bessere Verkaufsargumente: Echtzeit-Leistungsdaten liefern konkrete Verkaufsargumente für ein bestimmtes Produkt.
  • Personalisierte Kommunikation: Mit der Auswertung von IoT-Daten stehen zur richtigen Zeit die richtigen Informationen bereit, um Kunden ein individuelles Angebot zu machen. Die Daten lassen sich auch dazu nutzen, die Kommunikation an die spezifischen Bedürfnisse des Kunden anzupassen. Egal, ob es nun um den Zeitpunkt, den Inhalt der Nachricht oder den Kanal geht.
Den Plattformen auf den Fersen bleiben

Obwohl sich IoT erst langsam im Marketing etabliert, sollten werbungtreibende Unternehmen unbedingt die Entwicklung verfolgen. Denn zu wissen, wann Menschen Produkte benutzen oder auf Inhalte zugreifen und was sie sonst noch gleichzeitig tun, ermöglicht eine bessere Kampagnenaussteuerung. Mehr Daten bedeuten intelligentere Interaktionen, und intelligentere Interaktionen bedeuten eine höhere Konversionsrate. Gleiches gilt für den Kundenservice. Dem Kunden zeit- und ortrelevante Angebote und Services bereitzustellen, wird ihn nicht nur freuen, sondern langfristig an die Marke erinnern und bestenfalls binden. Aber noch heißt es für Marketer: Ab in die Startlöcher, Aufmerksamkeit auf das Ziel – aber nicht: einfach lossprinten.

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