Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind in aller Munde und stellen neue Anforderungen an Mobilität und Logistik. So muss das Verkehrssystem der Zukunft beispielsweise vernetzt, intelligent, multimodal, umweltschonend und jederzeit verfügbar sein. Wir sprachen mit Danilo Kirschner, Director Hypermotion bei der Messe Frankfurt, zu diesen neuen Herausforderungen und wie die Hypermotion zu innovativen Lösungen beitragen kann.

Was verbirgt sich hinter dem Veranstaltungskonzept Hypermotion?

Die Hypermotion ist die erste eigenständige Plattform für die digitale Transformation von Verkehr, Mobilität und Logistik. Wir schaffen mit diesem Eventformat einen Rahmen, um neu entstehende, vernetzte, integrierte und multimodale Systeme und Lösungen abzubilden und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren. Durch den Eventcharakter gehen wir bei der Hypermotion sogar noch einen Schritt weiter, da wir durch die Vielzahl an interaktiven Elementen einen Know-how-Transfer schaffen. Damit sind wir auch Marktplatz und Wegbereiter für Unternehmen, die neue Standards im Bereich Mobilität und Logistik setzen und neue Geschäftsmodelle etablieren wollen.

Mit der Hypermotion haben wir eine große Vernetzungsplattform geschaffen, in der sich jeder Besucher einbringen kann. Die Möglichkeiten sind zahlreich: Eventbesucher können sich vor Ort im Ausstellungsareal mit Vertretern von Pionier-Unternehmen austauschen oder bei spannenden Konferenzen mit hochkarätigen Experten, in offenen Talkrunden und Workshops mitdiskutieren oder sich bei Pitches, beim Speed-Networking oder im Urban Mobility-Lab von Start-Ups und jungen, innovativen Unternehmen inspirieren lassen.

Warum wurde diese Veranstaltung konzipiert?

Die Grenzen zwischen Logistik, Mobilität, Infrastruktur, Verkehr und Transport lösen sich auf. Alte Mobilitätskonzepte kommen an ihre Grenzen, neue, vernetzte, integrierte und multimodale Systeme und Lösungen entstehen. Bislang wurde auf Branchenveranstaltungen über Herausforderungen und Lösungen für die jeweilige Industrie diskutiert und zum Teil wenig über den Tellerrand geschaut, zu wenig vernetzt gedacht. Auf der Hypermotion verfolgen wir einen anderen Ansatz und bringen alle für die Verkehrswende relevanten Player und damit auch Meinungen und Lösungsansätze zusammen. Wir brechen damit Silodenken auf und geben Experten eine Plattform, diese Herausforderungen und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft übergreifend zu diskutieren sowie Lösungsansätze und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Wen spricht die Messe Frankfurt mit diesem Format an? 

Mit der Hypermotion wollen wir Anwender und Anbieter zusammenbringen, die die neuen Standards für die Mobilität und Logistik von morgen setzen. Deshalb richten wir uns an Experten aus Automotive, Logistik, Mobilitätsdienstleistung, IT- und Softwareunternehmen, Verkehrsbetrieb, Infrastrukturunternehmen, Beratungsunternehmen, Capital Ventures, Architektur- und Planungsbüros, Kommunen, Behörden sowie aus Wissenschaft und Forschung. Dabei zeichnen sich unsere Zielgruppen durch eine hohe Fachkompetenz aus. Deshalb sind wir eigentlich keine B2B sondern eine B2P, eine Business-to-Professional-Veranstaltung. Bei uns trifft nicht nur Angebot auf Nachfrage, sondern durch das allgemein große Know-how aller Teilnehmer und das interaktive Konzept vernetzt sich auf der Hypermotion das Angebot mit der Nachfrage.

Durch das hier vereinte Wissen und den interaktiven Charakter sehen wir die Veranstaltungsteilnehmer bereits als Teil der Lösung, indem sie gemeinsam neue Standards diskutieren und erarbeiten, neue Konzepte entwickeln und letztendlich durch interdisziplinäres Denken einen Wissenstransfer schaffen.

Welche Rolle spielen digitale Lösungen und Innovationen bei der Gestaltung der Hypermotion?

Digitale Lösungen haben bei uns einen großen Stellenwert. Diese Tools passen nicht nur zum gesamten Konzept, sondern auch zum Nutzerverhalten unserer Veranstaltungsteilnehmer. Hier gehen wir nach dem Motto „Mutig sein und ausprobieren“ auch sehr experimentierfreudig vor. Die Hypermotion sehen wir auch als Art Testfeld, auch für die gesamte Unternehmensgruppe Messe Frankfurt, bei der wir neue Dinge ausprobieren, die wir nach erfolgreichem Einsatz später auch bei anderen Veranstaltungen einsetzen.

So haben wir bereits früh einen digitalen Sprachassistenten auf der Veranstaltung installiert, der Besucheranfragen selbstständig beantwortet hat, und auch schon 2017 einen Hackathon veranstaltet. Wir haben zudem ein RFID-Ticketing eingesetzt. Damit konnten wir beispielsweise schauen, wer kommt wann bei der Hypermotion an oder wer kommt wann aus einer Veranstaltung. Damit lassen sich Interesse und Attraktivität des Events oder einzelner Angebote ableiten. In diesem Jahr haben wir eine-neue Funktion in unsere App integriert, über die sich Teilnehmer via Message in eine Diskussion einbringen können und an Umfragen und Live-Votings teilnehmen können.

Für kommende Termine planen wir den Einsatz von autonom fahrenden Bussen. Auch über ein Event Matching Tool, das dem User in einem definierten Umkreis potenziell interessante Gesprächspartner zeigt und eine Kontaktmöglichkeit bietet, denken wir nach.

Was sollen Teilnehmer am Ende der Veranstaltung mitnehmen?

Wichtig ist für uns, dass die Teilnehmer der Hypermotion die Veranstaltung inspiriert verlassen. Das heißt, Sie sollen mit dem Gefühl nachhause gehen, etwas gelernt zu haben. Oder sie haben durch Workshops, Pitches oder Gespräche neue Ideen und Konzepte für ein eigenes Projekt im Kopf. Vielleicht haben sie auch mit Jemandem gesprochen, der eine Lösung für ein bestehendes Problem liefert oder mit dem gemeinsam eine Lösung für ein konkretes Problem entwickelt werden und ein Geschäft aufgebaut werden kann.

Welche Rolle spielen Influencer für Sie?

Die Experten, die zum Beispiel im Rahmen des Konferenzprogramms sprechen werden, sind für die Veranstaltung schon ein großes Zugpferd und fungieren als Influencer für die Branche. Bei der Auswahl der Sprecher legen wir Wert darauf, einen guten Mix aus technisch versierten Vor- und  auch Querdenkern mit frischen Ideen und hoher Glaubwürdigkeit und prominenten Unternehmenssprechern zu finden.

Was sind Ihre langfristigen Ziele?

In Zukunft wollen wir die Hypermotion als festen Bestandteil der Verkehrswende etablieren, als die Plattform, wo sich Experten und Entscheider treffen, austauschen und Ansätze für echte Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bereich Mobilität und Logistik entwickeln. Die Hypermotion ist dann nicht mehr Geheimtipp, sondern ein „Place-to-be-Event“ für die relevanten Player im Markt. Wirtschaftliches Ziel ist auch Wachstum – im ersten Schritt in Deutschland, dann aber auch weltweit. Hier planen wir eine Veranstaltung bei der Weltausstellung 2020 in Dubai, weitere Events in Nordamerika und Asien werden folgen. In dieser gesamten Entwicklung wollen wir die Transformation der Messe Frankfurt von einem „Quadratmeterverkäufer“ im alten Stil zu einem vollumfänglichen Kommunikationsdienstleister vorantreiben.

Herr Kirschner, vielen Dank für das Gespräch.