User Experience (UX) gilt als Maßstab für die Qualität eines digitalen Produkts. Dieses Nutzererlebnis beschreibt grundsätzlich die Erfahrung, die ein Nutzer im Umgang mit einer Software, einer Webseite oder einem Online-Inhalt macht. Als maßgebliche Faktoren galten bisher Aspekte wie Nutzen, Ästhetik und Stabilität. Doch es geht weiter: Denn gerade im UX-Design zeichnen sich neue Entwicklungen als Ergebnis der aktuellen Online-Welt ab. Lesen Sie hier, auf welche Trends im UX-Design Sie sich einstellen sollten.

Datenschutz und Ausstieg

Überarbeitete Datenschutzbestimmungen wie die DSGVO, aber auch die zunehmend verschärfte IT-Sicherheitslage haben unter den Nutzern ein gesteigertes Bewusstsein für den Wert und Schutz ihrer Daten geschaffen. Daher ist es zentral, dass Unternehmen verstärkt den Datenschutzaspekt ins UX-Design integrieren. Wichtig ist dabei vor allem Transparenz: Die Kunden wollen wissen, was mit ihren Daten geschieht und wer darauf Zugriff erhält.

Gerätesynchronisation

Mobile first sollte mittlerweile für die meisten Unternehmen Standard sein, wenn es um das Design von digitalen Inhalten geht. Doch der kommende Trend weist weit über die bloße Optimierung von Inhalten für das Smartphone hinaus. Was die Nutzer heute erwarten, ist eine Synchronisation über alle denkbaren Geräte hinweg. Ob Smartphone, Smartwatch oder Laptop – der Anwender fordert den einfachen Switch über mehrere Geräte und dabei vor allem auch über Gerätetypen hinweg. Bei Uber beispielsweise lässt sich eine Fahrt per Sprachbefehl starten und mit Hilfe einer mobilen Anwendung oder einer Smartwatch beenden. Der Nutzer kann also wählen, welche Anwendung gerade zu seinem Nutzungsszenario passt. Klingt logisch, ist aber alles andere als selbstverständlich.

Weniger ist mehr

Weniger Schnickschnack, mehr Übersichtlichkeit und Klarheit – in diese Richtung wird einer der Trends im UX-Design 2020 vermutlich weiterbewegen. Denn woran es den Online-Nutzern heutzutage mangelt, ist Zeit. Und die wollen sie nicht in ein vielleicht schönes, aber unübersichtliches UX-Design investieren. Mehr Übersichtlichkeit gelingt, wenn UX-Designer kontextspezifische Besonderheiten von Navigationsmustern beachten und zeitsparende Designfunktionen implementieren. Der Trend geht in Richtung sauberer und klarer Layouts.

KI-basierte Funktionen

In den vergangenen Jahren haben KI-Technologien im mobilen Internet Einzug gehalten. Am häufigsten verwenden die Nutzer dabei die Sprachsteuerung und Gesichtserkennung. Es ist davon auszugehen, dass beide Technologien sich zu den Kernanwendungsszenarien von KI entwickeln und weiterer Bedarf entstehen wird. Die KI-Sprachtechnologien verbreiten sich rasant, die Akzeptanz ist bereits vorhanden. So setzen immer mehr Nutzer auf Sprachinteraktion. Erste Technologieunternehmen bieten deshalb heute schon eigene intelligente Sprachassistenten an, haben sogar auf ein Audio-KI-Interface umgestellt – und umgehen die Eingabe per Touchscreen.

Steuerung per Geste

Tendenziell werden die Geräte der neuen Generation von Smartphones immer größer. Während die Hersteller zwar in den Umfang der Displays investieren, sparen sie an den (Home-)Tasten. Das gilt für Apple ebenso wie für Android-Geräte. Die Steuerung per Geste könnte folglich künftig ein wichtiger Bestandteil der Geräte werden, was dann auch im UX-Design beachtet werden muss. Aktuell versucht Google mit dem neuesten Smartphone-Modell, dem Pixel 4, dank Radarsensor die Gestensteuerung zu pushen. „Motion Sense“ nennt Google diese Technik.

Entwickeln für Geschwindigkeit: 5G

Auch wenn sie in vielen Ländern noch auf sich warten lassen: Die 5G-Netze werden kommen. Mit ihnen einher geht auch eine Verbesserung der Datenübertragungsgeschwindigkeit und der Latenzzeit. Daher sollten UX-Designer diese Netze und deren Besonderheiten auch bei ihren Entwicklungen miteinplanen, denn durch sie wird mehr Datenaustausch möglich, was sich auf die Ausgestaltung von Funktionen und Nutzungsszenarien auswirkt.