Durch die Corona-Krise wird die Digitalisierung in den Branchen Mobilität und Logistik noch wichtiger und wahrscheinlich auch schneller vorangetrieben. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Veränderungen sich durchsetzen werden. Auf der Hypermotion bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, über die Auswirkungen der Corona-Krise in der Mobilität auf Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren, aber auch Lösungen mitzugestalten. Whistleblower Edward Snowden und Bestseller-Autor Marc Elsberg gehören zu den diesjährigen Keynote-Speakern auf der Hypermotion 2020, die am 10. und 11. November digital stattfinden wird. Über die Möglichkeiten und Chancen einer digitalen Veranstaltung sprechen Martina Bergmann, Bereichsleiterin Digital Products & Web Solutions, und Michael Johannes, Bereichsleiter Mobility & Logistics, im Interview.

 

Frau Bergmann, Herr Johannes, die Messe Frankfurt bietet der Mobilitäts- und Logistikbranche mit der Hypermotion zum Jahresende einen digitalen Treffpunkt. Was erwartet die Teilnehmer?

Michael Johannes: Die Hypermotion ist ein Networking-Event. Ein Mix aus Ausstellung und Konferenzen zu den Themen Smart Logistic und Future Mobility. Das Besondere an der Plattform ist, dass dort Lösungen an den Schnittstellen der Branchen Mobilität und Logistik diskutiert werden. Gefördert wird ein Austausch über alle Verkehrsträger hinweg, – alles dreht sich um Digitalisierung und Dekarbonisierung, sowohl gedacht für Straße, Schiene, Wasser oder Luft.

Im Corona-Jahr 2020 war die Hypermotion als hybides Format geplant. Doch die aktuell rasant steigenden Infektionszahlen pro Tag und die neuen Maßnahmen von Bund und Ländern machten die Absage des physischen Events auf dem Frankfurter Messegelände leider notwendig. Die Teilnehmer dürfen sich aber trotzdem auf ein spannendes Programm an zwei Tagen freuen – wenn auch rein digital. Zahlreiche Online-Sessions und Web-Talks in mehreren Konferenzen können über Laptop, Tablet oder Handy von zuhause aus verfolgt werden. Darüber hinaus präsentieren Unternehmen, Sponsoren, Start-ups und Universitäten aus den Bereichen Smart Logistics, Supply Chain und Future Mobility ihre Produkte und Lösungen, teilweise auch live in Form von Pitches und Präsentationen. Highlight am ersten Tag ist ein Interview mit Edward Snowden zum Thema „Datenschutz in Mobilität und Logistik nach Corona – Wie geht es weiter mit der Infrastruktur unter Datenschutzgesichtspunkten?“.

Martina Bergmann: Die Hypermotion zeichnet sich schon seit der ersten Veranstaltung durch interessante Präsenations- und Networking-Formate aus, die sich von einer klassischen Fachmesse unterscheiden: Sei es ein Hackathon oder auch die Start-up- Pitches. Daher passt die Verlagerung des Events in den digitalen Raum gut zum Charakter der Hypermotion. Dieses Jahr bietet die Hypermotion interessierten Unternehmen neue Möglichkeiten der Teilnahme – losgelöst von der klassischen Stand-Präsenz. Alle Teilnehmer profitieren von neuen zusätzlichen digitalen Features zur Vernetzung.

 

Welche Elemente eines physischen Business-Events lassen sich in den digitalen Angeboten abbilden?

Martina Bergmann: Während der zwei Veranstaltungstage werden zahlreiche Sessions und Talks in mehreren Konferenzen gestreamt. Die neue „Digital Experience“ ermöglicht es, sich an Diskussionen und Fragerunden aktiv zu beteiligen. Alle Teilnehmer können sich über unsere KI-gestützten Matchmaking-Angebote innerhalb der Hypermotion-Community austauschen, vernetzen und neue Business-Kontakte knüpfen. Für den direkten Austausch stehen die Chat-Funktion und 1-zu-1-Videoanrufe zur Verfügung. Beim Speed-Networking besteht die Möglichkeit, innerhalb sehr kurzer Zeit neue Kontakte kennenzulernen. Für die Planung eines individuellen Timetable erhalten die Teilnehmer zusätzlich Empfehlungen, welche Konferenzinhalte und Produktpräsentationen sie interessieren könnten.

 

Als langjähriger und verlässlicher Partner der Wirtschaft arbeitet die Messe Frankfurt für die Hypermotion eng mit den Akteuren der Mobilitäts- und Logistikbranche zusammen. Wie reagierten Ihre Partner, Redner und Teilnehmer auf das digitale Konzept?

Michael Johannes: Mit dem Ausbruch von Covid-19 und den daraus resultierenden weltweiten Kontaktbeschränkungen stellt sich für die Messe Frankfurt nicht mehr die Frage, ob wir eine digitale Veranstaltung umsetzen sollten. Es wird von unseren Kunden erwartet. Nach der langen Phase des wirtschaftlichen Stillstands braucht es wieder B2B-Networkingplattformen. Gerade die Hypermotion lebt vom interdisziplinären Austausch. Eine digitale Veranstaltung kann aktuell eine höhere Reichweite – auch international – erzielen. Dazu kommt der Wunsch nach möglichst vielen Leads – klassische Voraussetzungen für ein erfolgreiches B2B-Veranstaltungsmodell. Wir haben die richtigen Tools, um unsere Kunden auch digital darin optimal zu unterstützen.

 

Wie stellt die Messe Frankfurt sicher, dass ich mich als Teilnehmer auf das digitale Event gut vorbereiten kann und nichts verpasse?

Martina Bergmann: Wie bei allen Veranstaltungen der Messe Frankfurt üblich, bietet die Veranstaltungswebsite schon vor dem Start der Hypermotion wichtige Informationen, um die Teilnahme optimal vorzubereiten. Dazu gehören die Aussteller- und Produktsuche, der Eventkalender, aber auch Branchennews sowie aktuelle Ankündigungen und allgemeine Hinweise.

Michael Johannes: Mit dem kostenlosen Teilnehmerticket kann ich mich auch nach den Veranstaltungstagen noch in das Hypermotion-Portal einloggen. Der umfangreiche Content der Veranstaltung und alle Networking-Möglichkeiten stehen noch bis zum 10. Dezember zur Verfügung. So haben Teilnehmer die Möglichkeit, Videos erneut anzuschauen, verpasste Konferenzen nachzuholen und Inhalte über den bereitgestellten Content zu vertiefen.

Martina Bergmann: Nach der Hypermotion geht das Netzwerken über die Hypermotion-App und das integrierte Networking-Tool „connect!“ weiter – 365 Tage im Jahr.

 

Werden weitere digitale Veranstaltungen bei der Messe Frankfurt folgen?

Michael Johannes: Das Konzept, eine Fachmesse oder ein Business-Event mit digitalen Angeboten anzureichern, ist durchaus skalier- und auf andere Veranstaltungsformate übertragbar. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass diese Angebote auch für andere Fachmessen interessant sind – über die Corona-Zeit hinaus.

Martina Bergmann: Das Gute ist, dass wir frühzeitig damit begonnen haben, mit digitalen Ergänzungsangeboten zu unseren physischen Fachmessen zu experimentieren. Nicht nur mit den Veranstaltungen in Frankfurt, sondern weltweit. So konnten wir bereits wertvolle Learnings ziehen, von denen wir alle bei der Messe Frankfurt für die Weiterentwicklung unserer Veranstaltungen profitieren. Die ISH wird nächstes Jahr ebenfalls digital stattfinden. Die International Consumer Goods Show wird neben der physischen Messe in Frankfurt um die Digital Days ergänzt. Wir drücken alle die Daumen, dass unser hybrides Konzept 2021 erprobt werden kann.

Frau Bergmann, Herr Johannes, vielen Dank für das Gespräch!