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Stefan Seitz, Show Director der ISH
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Innovativ und maximal lösungsorientiert: So geht Wissenstransfer und interdisziplinärer Austausch bei der ISH digital

Fachmessen und Business-Events als Impulsgeber für Innovation und Fortschritt fehlen im Frühjahr 2021 coronabedingt auch weiterhin. Doch die Pandemie macht den interdisziplinären Austausch zu Themen wie Klimaschutz, Raumluftqualität und Hygienestandards wichtiger denn je. Die ISH, Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima, findet vom 22. bis 26. März digital statt. Stefan Seitz, Show Director der ISH, berichtet im Interview, was die ISH digital 2021 zum wichtigsten Treffpunkt der Branche macht.

Februar 2021

Herr Seitz, die Erfahrungen mit digitalen Eventformaten im Corona-Jahr 2020 haben gezeigt, dass sich ein physischer Branchentreffpunkt nicht digital ersetzen lässt. Auf welche konzeptionellen Schwerpunkte ist die ISH digital ausgerichtet?

 An der Bedeutung der ISH als internationale Branchenplattform für die Sektoren Wasser, Wärme und Klima hat sich nichts geändert. Sie findet 2021 lediglich in einem anderen Format – nämlich pandemiebedingt online – statt. Bei der Konzeption dieser digitalen Ausgabe haben wir uns auf zwei wesentliche Schwerpunkte konzentriert: Wissenstransfer und Vernetzung von Experten untereinander. Wir bieten den Teilnehmern ein umfangreiches Konferenzprogramm in Form von Livestreamings. Denn die Themen, die eine ISH ausmachen, sind aktuell wichtiger denn je: Eines der Zukunftsthemen, das zur ISH digital 2021 im Bereich Energy diskutiert wird, ist der Green Deal. Ebenso steht – gerade vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie – die immense Bedeutung der Lüftungs- und Klimaanlagen im Vordergrund. ISH Water fokussiert sich thematisch auf die Trinkwasserhygiene und die Hygiene im eigenen Bad zuhause. Dazu gehören beispielsweise schmutz- und bakterienresistente Oberflächen und die berührungslose Bedienung von Armaturen und WCs. Für diesen Wissenstransfer und den gewerkeübergreifenden Austausch bieten wir den Ausstellern auf der digitalen Plattform der ISH auch die Möglichkeit, ihre Produkte und Innovationen selbst zu präsentieren. Über Video-Calls und Chats können die Teilnehmer dann in einen bilateralen Austausch übergehen und die Inhalte vertiefen. Unser KI-gestütztes Matchmaking hilft dabei, die passenden Geschäftspartner zu finden und neue Kontakte zu knüpfen.

Als langjähriger und verlässlicher Partner der Wirtschaft arbeitet die Messe Frankfurt eng mit den Akteuren der Branchen zusammen. So auch bei der Planung der ISH digital?  

Die ISH ist die internationale Leitmesse ihrer Branche. Darin genießt die Messe Frankfurt die volle Unterstützung der Industrie. Wir befinden uns immer in engem Austausch mit den Trägerverbänden der ISH, die als unsere Partner Mitspracherecht bei Entscheidungen haben. Zu dieser Trägerschaft gehören der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V. (BDH), der Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK), das VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V., Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Darüber hinaus arbeiten wir mit weiteren Partnerverbänden aus der Aussteller- und Besucherschaft der ISH zusammen. Gemeinsam verfolgten wir 2020 die Pandemie-Entwicklung und haben in einer Sitzung im Herbst 2020 entschieden, die ISH digital umzusetzen. Die Trägerschaft unterstützt die Messe Frankfurt in der Ausstellerakquise, spricht die Besucherzielgruppen an und gestalten das Rahmenprogramm akiv mit. Die Messe Frankfurt bietet die Plattform, die Inhalte der ISH werden von den Verbänden erarbeitet. So auch bei der digitalen Ausgabe.

Die ISH ist die internationale Leitmesse für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Über 2.500 Aussteller präsentieren rund 190.000 Besuchern ihre Innovationen und Produktneuheiten. Welche Möglichkeiten der Präsentation bieten Sie den Ausstellern im digitalen Raum?

Auf dem ISH Contactor können die Aussteller ihr eigenes Firmenprofil veröffentlichen und darin neben allen wichtigen Kontaktdaten auch Produktfotos, Videos und Downloads zur Verfügung stellen. Das Firmenprofil kann der Aussteller jederzeit selbst aktualisieren. Diese Inhalte werden nicht nur automatisch auf der digitalen Plattform zur ISH digital vom 22. bis 26. März eingespielt, sondern sind auf der ISH-Website bereits im Vorfeld und über den Veranstaltungszeitraum hinaus bis Ende 2022 online. Mit über einer Million Zugriffe seit der letzten Ausgabe der ISH gehört die Website zu einem der wichtigsten Recherchetools für die Branche. Über die Profildaten werden die Aussteller auch auf der digitalen Plattform mithilfe KI-gestütztem Matchmaking für die passenden Geschäftspartner sichtbar und haben die Möglichkeit mit ihren Zielgruppen via Chat und Video-Call in Kontakt zu treten.

Zusätzlich bietet die ISH im Rahmen der digitalen Plattform einen eigenen Streamingkanal für Aussteller an. Hier besteht für Aussteller die Möglichkeit, das Programm der ISH digital aktiv mitzugestalten und den Teilnehmern über Livestreams beispielsweise neue Produkte vorzuführen.

Welche besonderen Features bietet die ISH digital Teilnehmern, die vorrangig als Besucher dabei sind?

Über das KI-gestützte Matchmaking erhalten alle Teilnehmer auf der digitalen Plattform Vorschläge zu passenden Geschäftspartnern und interessanten Rahmenprogramminhalten. Der persönliche Kalender hilft dabei, die eigenen Termine wie Rahmenprogramminhalte und 1:1-Gespräche im Blick zu behalten. Bei den Vorträgen und Live-Sessions haben die Teilnehmer die Möglichkeit selbst in Interaktion zu treten, Fragen an die Referenten zu stellen und aktiv mit zu diskutieren.

Ein besonderes Novum: Die Besucherzielgruppen der ISH sind stark vom Handwerk geprägt. Um die Inhalte der ISH digital auch während der Arbeit auf der Baustelle verfolgen zu können, werden wir vom 22. bis 26. März ein Webradio auf der ISH-Website anbieten.

Gibt es Möglichkeiten und Chancen für die ISH im digitalen Raum, die es bei einem physischen Event so nicht gibt?


Das Besucherverhalten bei der ISH digital wird ein vollkommen anderes sein, als das bei einer physischen Messe der Fall ist. Die Idee ist, dass sich die Teilnehmer ihren eigenen „Messe-Tag“ viel stärker nach ihren persönlichen Interessen zusammenstellen. Das auf der Plattform integrierte Matchmaking unterstützt dieses Verhalten, in dem es Vorschläge zu passenden Geschäftspartnern, Produktinnovationen und interessanten Vorträgen macht. Das On-demand-Angebot erlaubt es, Inhalte erst dann anzuschauen, wenn ich dafür Zeit habe. Das muss nicht zu einer bestimmten Uhrzeit und noch nicht mal im Veranstaltungszeitraum sein. Alle Live-Sessions werden nach dem 26. März als Aufzeichnung zur Verfügung stehen. Die Kontaktmöglichkeiten sind ebenfalls noch bis Ende April auf der Plattform zugänglich. Die Teilnehmer haben im digitalen Raum mehr Zeit, alle Möglichkeiten und Inhalte auszuschöpfen. Über diese zeitliche Ausdehnung erfahren die Themen der ISH dann auch mehr Reichweite.

Herausfordernde Zeiten sind oft auch Wiege neuer Ideen und Trends. Welche digitalen Weiterentwicklungen sind für die ISH langfristig denkbar?

Die digitalen Möglichkeiten, die wir mit den jetzigen Formaten entwickeln und erproben, wollen wir auch langfristig in unsere Veranstaltungen integrieren. Das Digitale ergänzt die physische Messe und erlaubt den Ausstellern und Besuchern mehr Flexibilität in der Gestaltung ihres individuellen Messeerlebnisses. Den Ausstellern bietet eine digitale Erweiterung vor und nach den physischen Veranstaltungstagen eine stärkere Dauerpräsenz bei ihren Zielgruppen. Die Besucher, vor allem aus dem Ausland, haben die Möglichkeit, einen Messebesuch digital fortzusetzen, wenn der Terminkalender eine frühere Abreise erfordert. Auch unterjährig ist es auf Basis der physischen Messen möglich, unsere Kunden über die digitalen Ergänzungsangebote stärker untereinander zu vernetzen und den Kontakt zu halten.

Herr Seitz, vielen Dank für das Gespräch!

Tags

  • Digital Services
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