Bringt Unified Communications neue Arbeitswelten?

Das Büro ist überall dabei. Kommuniziert wird über alle Grenzen hinweg. Daten werden „auch von externen Mitarbeitern“ weltweit aus der Cloud abgerufen und mobil eingesetzt. Die Vision neuer Arbeitswelten scheint zum Greifen nahe. Dennoch stehen der Machbarkeit derzeit mehr Herausforderungen als marktfertige Lösungen gegenüber. Neben Sicherheit und schnellen Netzen prägen heute vor allem auch schlüssige Strategien die Agenda der Unternehmen. Auf der Voice + IP diskutieren daher Experten die Zukunft von Unified Communications (UC).

Insbesondere in den letzten zwei Jahren ist UC aus Sicht der Hersteller von Kommunikationslösungen zu einem der zentralen Themen geworden. Die flächendeckende Markteinführung der Smartphones und die daraus resultierende zunehmende Mobilität IT-gestützter Arbeitsformen kann als einer der entscheidenden Auslöser dafür angesehen werden. So hat etwa die IDC Central Europe GmbH 2011 festgestellt, dass das Wachstum von Smartphones von mehr als 60 Prozent seit 2008 auch die Unternehmenskommunikation maßgeblich geprägt hat. Büroorganisation via mobiles Endgerät und Reaktionen auf unternehmenseigenen Online-Accounts in Echtzeit sind nur zwei Beispiele dafür. Nach einer aktuellen Studie des Münchener IFO-Instituts lag der Anteil der Unternehmen, die Telearbeit anbieten, 2006 bereits bei 18,5 Prozent. Für 2020 lautet die Prognose sogar 81 Prozent.

Zusammenwirken von Technologie und Strategie
Aber UC reicht weiter als Telearbeitsplätze einzurichten. Denn der Kerngedanke ist die Verknüpfung von Kommunikationsprozessen auf technischer und personeller Ebene. Das Arbeiten mit kollaborativen Anwendungen bezeichnet also nicht mehr und nicht weniger als die moderne Form des Wissensmanagements: möglichst viel Wissen von allen Seiten mit Zugang für jeden (Beteiligten) und zu jeder Zeit, also ein internes Crowdsourcing. Auf technischer Seite wird dies verwirklicht durch die Zusammenführung aller Kommunikationskanäle von Mailing, Instant Messaging über Video-Konferenzen bis hin zum Audio-Telefonat und dem Fax. Hier müssen IT-Entscheider nicht nur technische, sondern auch strategische Entscheidungen treffen, um die UC-Lösungen sowie alle Schnittstellen auf anerkannte Standards abzustimmen. Damit wird UC ein übergreifendes Thema auch für alle Unternehmensbereiche, die die interne und externe Kommunikation betreffen ˆ eine Herausforderung, die ein Umdenken erfordert.

Auf der Fachmesse Voice + IP ist daher die Verbindung von UC und Arbeitswelten eines der führenden Themen. Hier sind unter anderem große Anbieter vertreten, die UC und Arbeitswelten in direkte Beziehung zueinander setzen: Microsoft hat beispielsweise Ende 2010 in Zusammenarbeit mit Arbeitsmarkexperten wie Matthias Bartz und Franz Kühmayer Ende 2010 die Broschüre „Das neue Arbeiten“ erstellt. Unter anderem wird hierin im Zusammenhang mit UC eine beginnende Auflösung statischer Wertschöpfungsketten festgestellt. Innovationen finden nicht mehr in „geschlossenen Gesellschaften“, sondern in sich fortwährend selbst anreichernden Kommunikationsprozessen, in „Ökosystemen“ statt  innerbetrieblich, partnerschaftlich oder gar öffentlich. Das bedeutet aber auch speziell für Führungskräfte, sich weit mehr mit externer und interner Unternehmenskommunikation auseinanderzusetzen, als möglicherweise bisher. Thomas Schröder, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, diskutiert im Executive Panel am zweiten Kongresstag von Digital Touch unter anderem mit Volker Smid, Geschäftsführer von Hewlett-Packard, und Heinrich Vaske, Chefredakteur der Computerwoche. Diese Runde wird zumindest einige Antworten auf die Frage geben, ob UC neue Arbeitswelten bringt.

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