Mobile Payment: Bezahlvorgänge müssen anwenderfreundlich und sicher sein

Mobile Payment ist eines der aktuell zentralen Themen rund um Smartphones und Tablets. Die Vielzahl von Anbietern, unterschiedliche Techniken und Möglichkeiten gestalten den Markt derzeit jedoch noch komplex: „Bis Mobile Payment am physischen POS zum Alltag wird, liegt noch ein langer Weg vor uns. Grundsätzlich wäre es von Vorteil, wenn der mobile Bezahlvorgang überall gleich wäre. Und dafür sind technische wie prozessuale Standards von essenzieller Bedeutung“, so Ercan Kilic, Leiter Strategieprojekt MobileCom bei GS1 Germany.

Momentan kommen drei unterschiedliche technische Methoden zur Anwendung. Neben QR-Code basierten Varianten über eine Bezahl-App, sind dies Verfahren mittels Near Field Communication (NFC) und Bluetooth. „Auf der diesjährigen M-Days sind verschiedene M-Commerce-Anbieter vertreten. Fachmesse und Kongress ermöglichen somit einen Vergleich aller für das Mobile Business relevanten Bezahlsysteme“, so Béatrice Klocke, Director M-Days der Messe Frankfurt Exhibition GmbH.

Aktuell sind vorwiegend mobile Payment Apps per QR-Code im Einsatz, die häufig im Einzelhandel zu finden sind. Die Technik setzt einen Online-Zugang während des Bezahlvorgangs voraus, da eine ID oder ein QR-Code generiert werden muss. Oftmals bieten diese Anwendungen nicht nur das reine Bezahlen an, sondern schaffen durch Gutscheine oder Serviceleistungen, wie beispielsweise einer Einkaufsliste, einen Zusatznutzen für den Anwender. NFC-Bezahlverfahren hingegen funktionieren berührungslos. Zum Ausführen einer Zahlung wird das Smartphone nur in die Nähe eines Kassenterminals gehalten. Schnell und sicher geht der Bezahlvorgang. Doch leider oft nur in der Theorie. Das Problem liegt in der Verbreitung der Technik. iPhones unterstützen kein NFC und zudem konnte bisher keine Einigkeit um das sogenannte Secure Element getroffen werden. Das Secure Element ist ein extra gesicherter Chip. In ihm sind alle notwendigen Daten für eine Transaktion, wie beispielsweise die Kreditkartenummern, gespeichert. Über definierte Sicherheitsstandards kommuniziert der Chip ausschließlich mit einem speziellen Controller. Dies garantiert, dass niemand die transferierten NFC-Daten einsehen kann.

„Das Secure-Element kann entweder direkt im Gerät verbaut oder in einer SIM-Karte implementiert sein. Je nachdem liegt die Hoheit beim Gerätehersteller oder beim Mobilfunk-Anbieter. Alternativ können spezielle MicroSD-Karten oder NFC-Sticker nachgerüstet werden, wie es beispielsweise Kreditkartenunternehmen anbieten“, erklärt Maik Klotz, Head of New Business der Buhl Data Service GmbH. Kreditkarten-, Couponing oder Loyalty-Anbieter, die ihren Kunden NFC-Dienste anbieten wollen, müssen ihre Daten auf dem Secure Element speichern. Diese Leistung lässt sich der Besitzer des Chips vergüten und zudem erhält er alle gesammelten Daten aus NFC-Transaktionen. „Da die Hoheit über das Secure Element niemand freiwillig abgeben möchte, konnte NFC bisher nicht im großen Stil vorangetrieben werden. Das haben auch die Kreditkartenunternehmen erkannt. Deshalb wird inzwischen mit der Host Card Emulation (HCE) eine Lösung angeboten, die ohne das Secure Element auskommt“, so Klotz.

Als eine weitere Möglichkeit etablierte sich in den vergangenen Monaten Bluetooth Low Energy (BLE) im Markt. Die Technik funktioniert im Vergleich zu NFC mit fast allen Smartphones, da Bluetooth seit Jahren ein weit verbreiteter Übertragungsstandard ist. Zudem kann die Technik über eine Reichweite von etwa 30 Metern Daten übertragen, NFC dagegen nur über einige Zentimeter Entfernung. BLE kann ebenfalls zur Übermittlung von weiteren Daten genutzt werden. So werden dem Kunden am Point of Sales (POS) Aktionen oder gezielte Werbung direkt auf das Smartphone geschickt. Stefan Krueger, Geschäftsführer valuephone GmbH: „Der Verbraucher meldet sich im Supermarkt mit seinem Smartphone einfach am System an oder stellt das Gerät so ein, dass eine automatische Anmeldung erfolgt. Der Händler erkennt, ob es sich um einen Bestands- oder Neukunden handelt und an welcher Aktion diese Person teilnimmt. Bluetooth Low Energy hat somit das Potenzial die Dynamik im M-Commerce weiter zu steigern. Und nebenbei verbraucht BLE weniger Energie, erweitert die Reichweite im Vergleich zu anderen Funktechnologien und ermöglicht weitere Anwendungen“.

Gegen BLE spricht aktuell noch, dass bisher kaum Bezahlverfahren existieren, die diese Technik nutzen. Zudem verlangt Bluetooth Low Energy aktuelle Betriebsversionen wie Android 4.3 oder iOS7.

Das Portemonnaie wird digital
In Zukunft werden sich mobile Bezahlsysteme weiter in unseren Alltag integrieren. Die Diskussion wird nicht mehr die Technik in den Vordergrund stellen, sondern der Anwendernutzen wird höher gewichtet. Mobile Payment wird dann nur ein Bestandteil von Digital Wallets sein. Diese digitalen Brieftaschen vereinen unterschiedliche Bezahlsysteme und bieten weitere Funktionen – von der Anzeige der Kontostände bis zur Integration von Couponing-Lösungen. Dabei könnten Wearables, am Körper tragbare Datenverarbeitungsgeräte, den Smartphones im mobilen Bezahlen den Rang ablaufen. Durch eine enge Zusammenarbeit von Technologieherstellern mit Anbietern von Bezahlsystemen ist es bereits heute möglich, mit einigen Wearables in Läden zu bezahlen.

Auch die Legitimierung von Bezahlvorgängen liefert noch genug Potenzial für Innovationen. Die neuste Smartphone-Generation kann bereits mittels Fingerabdruck entsperrt werden, so wird das Authentifizieren via PIN Code beim Einkaufen bald nicht mehr notwendig sein. Da ist der Schritt zur biometrischen Identifizierung nicht mehr weit. „Das Mobile-Business ist einer der Innovatoren in den nächsten Jahren. Deshalb freue ich mich auf die Neuheiten der Aussteller auf der neunten M-Days“, sagt M-Days-Chefin Klocke.

Am 13. und 14. Mai erwartet den Besucher neben zahlreichen Ausstellern und Neuheiten auch ein interessantes Vortragsprogramm. Auf den Vortragsbühnen, die in die Fachmesse integriert sind, zeigen Experten aus Mobile- und ITK-Industrie die Trends im Mobile-Commerce. Außerdem präsentiert die M-Days vier weitere Kernbereiche: Strategy, Enterprise, Marketing und Media.

Weitere Informationen zur M-Days finden Sie hier. Parallel zur neunten M-Days findet die Email-Expo, Fachmesse mit Kongress für Data-Driven-Marketing, statt. Als etablierter Branchentreff bietet der Kongress gezielt und ausschließlich Input rund um die Themen Marketing-Automation, CRM, Leadgenerierung, Content-Marketing und dessen Nachbardisziplinen.

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