Das Ringen um den Kaufen-Klick

Die weitaus meisten User brechen ihren Besuch trotz bestehendem Kaufinteresse vorzeitig ab – bei vielen Shops liegt dieser Prozentsatz bei über 99 Prozent. In den meisten Fällen wird das Produkt dann bei einem anderen Händler gekauft.

Die Gründe dafür reichen von besseren Preisen, Versand-Konditionen und Payment-Möglichkeiten bis hin zu emotionalen Faktoren: Bessere Beschreibungstexte, kundenfreundlichere Ansprache, sympathischeres Design, detailliertere Abbildungen, Integration von Social-Media-Empfehlungen und schlicht und ergreifend die bessere Hinführung zum Kaufen-Button.

Da sich jede noch so kleine Optimierung der Conversion-Rate unmittelbar auf den Umsatz auswirkt, ist es immer lohnenswert, sich mit den vielen möglichen Stellschrauben auseinanderzusetzen. Oft entscheiden vermeintliche Kleinigkeiten darüber, ob ein Link geklickt, der Text gelesen oder bereits die Einstiegsseite sofort wieder verlassen wird. Um solchen Faktoren auf die Spur zu kommen und zu erkennen, wo genau die Besucher aussteigen, sollte zunächst z.B. mit Hilfe von Google Analytics der Konversionspfad untersucht werden. Wenn in Google Analytics ein Ziel angelegt wurde (Verkauf, Newsletter-Anmeldung usw.), kann in den entsprechenden Analyse-Ansichten genau beobachtet werden, woher die Besucher kommen, welche Bestellwege sie gehen und an welcher Stelle sie abspringen. Relevant sind nämlich nicht nur Landingpage und Warenkorb, sondern auch alle Seiten dazwischen. Schon ein Formular, bei dem zu viele unwichtige Daten wie Bundesland oder Stadtteil abgefragt werden, kann beim User zu Unlust und Abbruch führen.

  • Finden die interessierten Besucher tatsächlich unmittelbar Informationen zu den Produkten, die sie gesucht haben? Oder landen sie z.B. auf einer neutralen Startseite, einem falschen Produkt oder gar einer Fehlerseite? Lädt die Seite schnell genug?
  • Was sind die ersten, oberflächlichen Eindrücke, die ein Besucher Ihrer Seite hat? Wirken Design, Bilder und Texte professionell und ansprechend? Gehen aus der Produktbeschreibung alle relevanten Informationen hervor? Ist der Gesamteindruck reizvoll und gleichzeitig vertrauenserweckend?
  • Sehen Sie alle wichtigen Informationen über dem Fold, also im direkt sichtbaren Bereich? Oder müssen Sie dafür scrollen?
  • Funktionieren alle wichtigen Standardkomponenten der Website wie die interne Suchmaschine und Kategorie-Bäume, Links zu ähnlichen Produkten, Zubehör und Warenkorb?
  • Gibt es einen klaren „Call-to-action“, also eine werbende Aufforderung zur Konversion?
  • Gibt es einen Servicebereich mit ausführlichen Informationen zu Unternehmen und Bestellprozess, einen FAQ-Bereich sowie detaillierte Kontaktangaben?

Zu guter Letzt gehört zu den Basics der Conversion-Optimierung auch eine Feinjustierung am AdWords-Marketing. Ziel ist weniger der große Traffic als eine maximale Conversion-Rate. Und die lässt sich nur erreichen, wenn der Klick auf eine AdWords-Anzeige auch genau zu dem führt, was man gesucht hat. Dementsprechend sollten die gewählten Keywords spezifisch auf die jeweiligen Produkte zugeschnitten sein. Wer Damen-Jeans verkauft, erfreut sich mit einem weitläufigen Keyword wie „Hose“ zwar hoher Klick-Raten von Usern, die nach einer Hose suchen, aber die meisten davon suchen eigentlich nach etwas völlig anderem. Konkrete Keywords wie „Damen-Jeans“ sorgen für qualifizierten und konvertierenden Traffic und weniger Streuverluste. Bei breiten Produktpaletten sollten die Landingpages deshalb gut segmentiert werden: Bauen Sie für jede Ihrer Zielgruppen bzw. Produkte und Keywords passende Landingpages (z.B. für Damen-, Herren- und Kinder-Jeans) und starten Sie zielgerichtete Kampagnen mit fein abgestimmten Keywords.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.