Die Vernetzung der Dinge

Bislang diente das Internet vornehmlich der Datenübertragung, dem E-Commerce und der Kommunikation (Social Media). Nun ist eine weitere Ära angebrochen: Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ist in vielen Bereichen bereits Alltag. Beispielsweise in der Logistik, in der Behälter und Pakete mit RFID-Chips (radio-frequency identification) ausgestattet werden. So erhalten diese Objekte Zielinformationen und können jederzeit nachverfolgt werden, einfache Entscheidungen vor Ort selbstständig treffen und Rückmeldungen über die Auslieferung geben. Ähnlich routiniert automatisieren RFID-Chips bereits in Büchereien den Prozess von Ausleihe und Rückgabe, und helfen in Supermärkten, leere Warenregale zu vermeiden. Nebenbei geben sie den Kunden Detailinfos und passende Empfehlungen zu den Waren in ihrem Einkaufswagen.

Kommunizierende Gegenstände spielen aber auch zunehmend in Produktionsstätten eine Rolle. In der „Smart Factory“ koordinieren intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse, kooperieren Montage-Roboter auf intelligente Weise mit Menschen und werden Produktions- und Logistikprozesse unternehmensübergreifend so verzahnt, dass der Materialfluss optimiert, die Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden. So kann unter anderem hochflexibel auf veränderte Kundenwünsche und Marktbedingungen reagiert werden – eine grundlegende Voraussetzung für langfristiges Überleben. Denn die Kundenerwartungen werden immer höher, nicht zuletzt durch die Gewöhnung an die schiere Grenzenlosigkeit technischer Möglichkeiten im Smartphone oder dem ebenfalls bereits realen „Smart Home“: Auch dort können immer mehr Dinge per Software gesteuert und über das Internet mit der Außenwelt und untereinander vernetzt werden. Alles im Sinne der Steigerung von Komfort, Sicherheit und Energieeinsparung. Während der vielzitierte Kühlschrank, der vollautomatisiert Nachschub ordert, bislang nie so richtig Einzug halten konnte, hat es die Technik an vielen anderen Stellen fast unbemerkt durch die Hintertür in die Haushalte geschafft: Das reicht von der Fernbedienung für Heizung, Herd, Licht und Fernseher via Smartphone bis hin zur Waschmaschine, die selbstständig den günstigsten Stromtarif findet. Oder eine Zahnbürste, die dem Nutzer Feedback zu seiner Putztechnik gibt.

Entscheidend für den Erfolg der vernetzten Geräte ist auf lange Sicht, dass die Technik robust und zuverlässig funktioniert, zukunftssichere Investitionen ermöglicht und sich auch in wichtigen Aspekten wie Datenschutz und Sicherheit als akzeptabel erweist. Klar ist: Hier werden sehr, sehr viele Daten erhoben und weitergeleitet, die Angriffspunkte für Cyber-Kriminalität und Wirtschaftsspionage sein können.
Der Erkenntnisgewinn aus diesen Daten lässt u.a. neue Services entstehen, die das herkömmliche Produktgeschäft ergänzen: Kunden und Unternehmen bleiben lange über den Kauf am Point of Sale hinaus miteinander verbunden, interagieren kontinuierlich, solange der Kunde ein Produkt und die dazugehörenden Services nutzt.

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