Working Environment 4.0 – what companies and employees can expect

Arbeitswelt 4.0 – Worauf müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter einstellen

“Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die Intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.” Das ohne Wandel kein Fortschritt stattfindet, darüber war sich bereits der englische Naturforscher Charles Darwin bewusst.150 Jahre nach der ersten industriellen Revolution steht die Wirtschaft nun erneut vor einem Wendepunkt.

Maschinen, die autonom arbeiten, miteinander kommunizieren und sich intelligent vernetzen –die mehr oder minder vollständige Digitalisierung von Wertschöpfungsketten wird die Zukunft von Wirtschaft und Verwaltung prägen.

Geräte werden in der Lage sein, eigenständig Produktionsschritte auszuführen und „mitzudenken“. Notwendige Teile können automatisch nachbeordert werden und vernetze Zulieferer werden benachrichtigt. Jedes beteiligte Gerät weiß zudem genau, welche individuellen Wünsche der Kunde angegeben hat und meldet diesem sogar eventuell auftretende Verzögerungen. Diese Technologien sind bereits heute im Testbetrieb oder in Teilen schon erfolgreich im Einsatz.

Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Zukunft der Unternehmen

Das prognostizierte Wertschöpfungspotential innovativer Technologien zur weiteren Automatisierung der Industrie könnte bis 2025 allein im Maschinen- und Anlagenbau 23 Milliarden Euro betragen. Das hat eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ermittelt.

Damit Unternehmen in Deutschland künftig dem steigenden, globalen Wettbewerbsdruck standhalten können, muss die Produktion kostengünstiger und vor allem flexibler gestaltet werden. Um Industrie 4.0 voranzubringen, müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen.Konkret bedeutet das, dass schnelle Datenleitungen und Technologien wie Cloud-Computing, eingebettete Systeme, Big Data oder zusätzliche Software-Technologien zur Datenanalyse und Informationsverarbeitung bereitgestellt werden müssen. „Die Liste neuer Technologien mit nachhaltigem Einfluss auf Unternehmen und Märkte wird immer länger. Doch es geht mittlerweile um mehr als Technologien und IT. Es geht um Digital Business Transformation. Darunter verstehen wir die durch Digitalisierung und Internet beschleunigte Veränderung der fundamentalen Bestandteile jedes Unternehmens, seiner Strategie, seines Geschäftsmodells, seiner Struktur, Arbeitsprozesse und Kultur“, so Klaus Reinke Chief of Corporate Strategy & Organization, Vice President Digital Business im Dexperty Management Report zur Studie Digital Transformation. Neben dem ausreichenden Know-how setzt die Umsetzung von Industrie 4.0 Konzepten also auch eine enorme Investitionsbereitschaft voraus.

Wissensarbeit 4.0 – Computer, Maschinen und Roboter als Kollegen

Mehr als ein Drittel der Wissensarbeiter aus den USA, Großbritannien oder Deutschland erwarten, dass es ihre heutige Position bereits in fünf Jahren nicht mehr geben wird und das Teile ihrer heutigen Aufgaben von Maschinen übernommen werden. Dies ergab eine Studie des Kommunikationsanbieters Unify . Auch bei manuellen Tätigkeiten werden über kurz oder lang zunehmend auch Roboter eingesetzt werden. So testet die Deutsche Post DHL Group bereits den Test von Robotertechnologien und schätzt, dass zukünftig der Einsatz von Robotern selbstverständlicher Bestandteil von Lieferketten sein wird.

Welche Auswirkungen dies auf Arbeitnehmer oder die Beschäftigung allgemein haben wird, ist bislang nicht abzusehen. Fest steht jedoch, dass gute Ausbildung und Know-How von Mitarbeitern zu einem immer wichtigeren Faktor wird. Experten gehen davon aus, dass trotz steigender Automatisierung Mitarbeiter auch in Zukunft in allen Bereichen von Unternehmen benötigt werden, nur wird sich ihr Arbeitsfeld radikal wandeln. Einfache, repetitive Arbeitsschritte werden wohl zu weiten Teilen maschinell erledigt, in der industriellen Fertigung, der Logistik oder aber in Verwaltungsprozessen und der Wissensarbeit. So sind schon heute viele Auskunfts- oder Servicesysteme teilautomatisiert und immer häufiger schreiben Computer autonom Texte, beispielsweise Nachrichten, die – so ein Bericht im Magazin Journalism – manchmal sogar glaubwürdiger wirken sollen.

Wir empfehlen einmal in den Trailer des Dokumentarfilms „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ zu schauen: Mit innovativen Maßnahmen möchten Arbeitgeber negative Stimmungen abbauen und dafür sorgen, dass die Mitarbeiter weiterhin gerne zur Arbeit kommen.

Die neuen technischen Möglichkeiten werden nicht nur die Arbeitsweise von Mitarbeitern verändern, sondern auch die Art der Beschäftigung: Schon heute arbeiten 21 Prozent der befragten Wissensarbeiter freiberuflich oder als Auftragnehmer.

Wenn ihm die Option angeboten würde, würde aber bereits jeder Zweite eine freiberufliche oder On-Demand-Tätigkeit einem regulären Angestelltenverhältnis vorziehen. Es wird erwartet, dass der Anteil an Freelancern weiter zunehmen wird.

Die voraussichtlichen Gewinner von Industrie 4.0 und Digitalisierung werden laut einer IAB-Studie vor allem Wissensarbeiter, wie ausgebildete IT-Fachkräfte, Ingenieure und Naturwissenschaftler sein.

Chancen und Risiken der Digitalen Transformation

Laut dem Dexperty Management Report „Digital Business Transformation“ sehen 60 Prozent der Studienteilnehmer (aller Branchen und Unternehmensgrößen) „Neue Geschäftschancen“ als den Haupttreiber der Digital Business Transformation“. Mittlere und größere Unternehmen bewerteten in gleichem Maße (60 Prozent) den technologischen Wandel als Triebkraft der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen. Ob freiwillig oder nicht, Unternehmen müssen umzudenken und massiv in Know-How und technische Ausstattung investieren.

Bei allen Produktivitätsgewinnen und Qualitätsverbesserungen, die zunehmende Digitalisierung bringt auch neue, kritische Fragestellungen mit sich. Vor allem Fragen der Sicherheit prägen die Diskussion. Die global vernetzten Systeme sind anfälliger für gezielte Cyber-Attacken, Industriespionage oder auch einfach umsatzwirksamen Systemausfall. Umfassende Sicherheitskonzepte sind unverzichtbarer Bestandteil von Design- und Installationsprozess.

Ein nicht zu unterschätzender Nebenaspekt der Digitalisierung und der damit verbunden Überwachung und Steuerung von Arbeitsprozessen, ist das Phänomen „gläserner Mitarbeiter“. Die jederzeitige Vernetzung bietet grundsätzlich die Möglichkeit zur vollständigen Überwachung der Mitarbeiter, deren Arbeitsweise und Tätigkeit. Unternehmen müssen hier zur Vermeidung von Unsicherheit und Erhalt der Loyalität Strategien entwickeln für einen gesunden Ausgleich zwischen Sicherheit, Datenschutz und Vertrauen in Mitarbeiter. Gerade bei der zunehmenden Zahl mobil eingesetzter Mitarbeiter ohne festen Arbeitsplatz, spielt diese Aspekte eine immer wichtigere Rolle.

Unzufriedenheit und Verunsicherung entsteht jedoch auch an anderer Stelle. Während zwei Drittel der Arbeitnehmer der Entwicklung positiv gegenüber stehen, fühlt sich ein Drittel der Arbeitnehmer mit der Arbeitswelt 4.0 überfordert. Das ergab eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Deutschen Bank. Obwohl sich viele Arbeitnehmer – beispielsweise durch Schulungen- durchaus bemühen mit den Neuerungen der heutigen Arbeitswelt Schritt zu halten, fehlt oftmals trotzdem das benötigte Verständnis der Technologie. Trotz Qualifizierung und Weiterbildung können gerade ältere Mitarbeiter der jüngeren Generation, den „Digital Natives“, nicht folgen. Sie werden langfristig auf dem Arbeitsmarkt abgehängt werden.

Für mehr Information zum Thema Arbeiten 4.0 lesen Sie die Artikel Arbeitsplatz 4.0 – wie sieht er aus? und Arbeitswelt 4.0 im Marketing / Personalmarketing oder den Artikel „The office of the future“ im Top Fair Magazin

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