The mobilization of marketing at a glance

Die Mobilisierung des Marketings: eine Bestandsaufnahme

Kaum eine technische Neuerung hat die Marketingwelt derart revolutioniert wie die Verbreitung mobiler Endgeräte. Ob Smartphone, Tablet oder Smart Watch: Die Möglichkeit, zu jeder Zeit, an jedem Ort online zu sein, verändert das moderne Lebensgefühl radikal. Marketern eröffnet diese Entwicklung ganz neue Perspektiven, ihre Zielgruppen kennenzulernen, mit ihnen in Dialog zu treten und Beziehungen zu ihnen zu pflegen. Die Mobilisierung des Marketings schafft eine bislang unbekannte Nähe zum Kunden.

Mobile Einkaufszentrale: aus E-Commerce wird M-Commerce
Mit mobil ausgerollten Kampagnen erreichen Unternehmen ihre Kunden dort, wo zukünftig immer mehr Kaufentscheidungen getroffen werden. Laut einer internationalen Studie von RetailMeNot in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research steigt der Anteil mobiler Einkäufe weltweit rapide an und liegt zum Beispiel in Deutschland, Großbritannien, Schweden oder den USA bereits deutlich über 25 Prozent. Daher lohnt ein genauer Blick auf das veränderte Nutzerverhalten.

Smartphones und Apps haben die Nase vorn
Der Vermarkter von Werbung auf Mobilgeräten Opera Mediaworks, Tochter des Software-Anbieters Opera, hat die Mobile-Nutzung im eigenen Netzwerk in Deutschland im ersten Quartal 2016 analysiert. Demnach surfen deutsche Mobilnutzer wesentlich mehr mit dem Smartphone als mit dem Tablet. 96 Prozent der Ad Impressions wurden in diesem Zeitraum im Opera Network auf Smartphones ausgespielt. Gemessen an den angeklickten Anzeigen, nutzen Anwender häufiger Apps als mobile Webseiten (61 zu 39 Prozent). Dabei sind die beiden gängigen Betriebssysteme iOS und Android fast gleich stark vertreten. Dennoch machen Apple-Geräte mit gut einem Viertel den größten Anteil unter den Herstellern aus. Samsung folgt mit 22,4 Prozent. Überraschender Dritter ist der französische Hersteller Wiko (13,8 Prozent).

Stillstand ist Rückschritt – beim Mobile-Marketing
Angesichts der Dynamik, die der mobilen Revolution innewohnt, können es sich Unternehmen nicht leisten, das Potenzial des Mobile-Marketings nicht zu nutzen. Zu groß ist die Gefahr, dass der Wettbewerb sie innerhalb kürzester Zeit übertrumpft. Doch nachdem sich Trends wie Mobile First und Social Media längst in vielen Marketingabteilungen etabliert haben, stehen schon wieder neue Technologien und mobile Anwendungen in den Startlöchern. Hier ein Überblick über die wichtigsten technischen Neuerungen:

  • Live-Video: Apps wie Periscope oder Snapchat bieten die Möglichkeit, andere Nutzer in Echtzeit via Video an Events teilhaben zu lassen. Auch Facebook hat die neue Funktion Facebook-Live seit einigen Wochen integriert.
  • Virtual Reality (VR): Mittels spezieller Datenbrillen lassen sich Produkte, Produktionsprozesse, Anwendungsszenarien usw. hautnah erleben. Für Produkt- und Unternehmenspräsentationen auf Messen eröffnet diese Technologie ganz neue Möglichkeiten Kunden, aber auch potenzielle Bewerber, auf einer emotionalen, authentischen Ebene anzusprechen. Die Outdoor-Marke „The North Face“ nimmt Kunden beispielsweise via VR-Brille mit auf eine Reise durch eine faszinierende Winterlandschaft. Abgesehen von wenigen prominenten Use Cases steckt diese Technologie in Deutschland allerdings noch in den Kinderschuhen.
  • Ohne VR-Brille kann ein ähnlich umfassender, authentischer Eindruck auch mittels 360-Grad-Bild erzeugt werden – eine Funktion, die Facebook mittlerweile auch anbietet.
  • Messenger Marketing: Was früher SMS oder E-Mail waren, sind heute vor allem für die jüngere Generation Instant Messenger. Laut Social Media-Atlas 2015/2016 nutzen 65 Prozent der befragten Social-Media-Nutzer den Messenger WhatsApp. Daher binden langsam auch Unternehmen dieses Kommunikationsmittel in ihre Marketingstrategie ein, um die junge Zielgruppe zu erreichen. So hat Daimler beispielsweise eine WhatsApp Gruppe zum Social Recruiting gegründet, in der Bewerber einen authentischen Einblick in den Berufsalltag der Mitarbeiter gewinnen können.
  • Artifical Intelligence (AI): Mithilfe künstlicher Intelligenz können via Big-Data-Lösungen gewonnene Daten dazu genutzt werden, um Zielgruppen besser kennen zu lernen und beispielsweise den Kundenservice zu verbessern. AI-Lösungen können dabei unter anderem für die Abschätzung möglichen Kundenverhaltens eingesetzt werden.
  • Die Anbindung von Mobilgeräten an das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ständig in Kontakt zu ihren Kunden oder erworbenen Produkten zu stehen. Die Herausforderung für das Marketing besteht darin, das daraus gewonnene Wissen zu nutzen, um passgenaue Services anzubieten. Welche Reichweite IoT-Anwendungen entfalten können, zeigt der Use Case des Walt Disney World Resorts.
  • Mobile Advertising entfaltet vor allem in der jungen Zielgruppe großes Potenzial. Laut einer aktuellen Studie von Quantcast steht über die Hälfte der Befragten Werbung auf Mobilgeräten aufgeschlossener gegenüber als Desktop-Werbung. Dafür erwarten allerdings auch 37 Prozent, dass die Anzeigen für sie relevant sind; 40 Prozent wünschen sich mehr Kreativität. Nicht zuletzt werden die zunehmend bedeutenden Social Media-Anwendungen immer öfter über Smartphones & Co. genutzt. Damit muss auch Social-Media-Marketing verstärkt auf Mobile ausgerichtet werden.

Für mehr Information zum Thema Mobility lesen Sie auch die Artikel Wie geht’s App im Marketing?Messemarketing macht mobil und das Interview Digitalisierung der Automobilbranche auf der Automechanika: Marketing läuft über emotionalisierenden Content.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.