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Globalisierte Messen vernetzen Industrien weltweit

Seit den 1980ern wachsen im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung Industrien weltweit zusammen. Wertschöpfungsketten spannen sich rund um den Erdball, es entstanden neue Produktionsstandorte und neue Märkte, die kaum jemand vorauszusehen wagte. Gleichzeitig können Anbieter wie auch Kunden sich jederzeit online auf der ganzen Welt informieren und Geschäfte anbahnen. Diese Entwicklung blieb auch nicht ohne Auswirkungen auf die Messewirtschaft.

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Paradebeispiele für die Globalisierung von Messen sind die Automechanika, internationale Leitmesse der Automobilbranche, die mittlerweile mit insgesamt 17 Veranstaltungen in 15 Ländern auf vier Kontinenten vertreten ist oder die rund 50 Veranstaltungen der Messe Frankfurt für die Textilbranche, wie die Heimtextil, Intertextile, Techtextil und Texprocess.

Internationalisierung und Globalisierung von Messen

Neben starken globalen Leitmessen, etablierten Veranstalter auf allen Kontinenten spezifische „Tochterveranstaltungen“, die den jeweiligen regionalen Gegebenheiten Rechnung trugen. Parallel entwickelten Messegesellschaften digitale Business-Plattformen, die die globalen Branchen-Communities ganzjährig zu Vernetzung und Austausch einladen.

Die Messe Frankfurt startete ihre erfolgreiche Internationalisierung 1987 mit der Interstoff in Hong Kong. Heute gibt es unter dem Dach der Messe Frankfurt weltweit insgesamt 138 Messen und

Messe-Frankfurt-Olaf-Schmidt-Globalisierung-von-MessenAusstellungen mit rund 92.300 Ausstellern und mehr als 3,5 Millionen Besuchern. Davon finden 87 Veranstaltungen mit mehr als 49.000 Ausstellern und über 1,9 Millionen Besuchern im Ausland statt. Damit ist die Messe Frankfurt weltweit der umsatzstärkste Veranstalter mit eigenem Messegelände.

Dies klingt nach großen Erfolgsgeschichten, über die wir mehr erfahren wollten. Deshalb haben wir mit Olaf Schmidt, Bereichsleitung Textiles & Textile Technologies bei der Messe Frankfurt über die Hintergründe der Globalisierung von Messen-Marken im Textilbereich gesprochen.

Herr Schmidt – was sind die Hintergründe und speziellen Vorteile der Internationalisierung von Messen?

In der Textilbranche begann die Globalisierung des Sourcings schon sehr früh und die Messe Frankfurt hat diese Entwicklung 1987 mit ihrer ersten Auslandsmesse, der Interstoff in Hong Kong, direkt adressiert. Unsere Ziele waren und sind mehr denn je die Betreuung der Markt-Community vom Design über die Produktion bis zum Handel und damit die Abbildung der kompletten Wertschöpfungskette.

Wir sind sehr zielgerichtet der Entwicklung des Marktes gefolgt, an neue Produktionsstandorte, in neue Absatzmärkte oder bei innovativen Themen wie technischen Textilien und Nachhaltigkeit.

Ethical Fashion Show Themepark Globalisierung von Messen

Mit unseren globalen Leitmessen wie Techtextil, Texprocess und Heimtextil in Frankfurt oder Intertextile Apparel in Shanghai, bieten wir Ausstellern und Besuchern die zentralen Plattformen für den globalen Austausch. Auf der Basis unserer starken Messemarken haben wir dann die auf die spezifischen Anforderungen von Regionen oder Ländern zugeschnittenen Brandveranstaltungen entwickelt. Diese Strategie verfolgen wir auch für die Zukunft. So starten wir anlässlich der Africa Sourcing & Fashion Week 2017 mit unseren Messen Texworld, Apparel Sourcing und Texprocess in Äthiopien, einem der wachsenden Produktionsstandorte für Textilien. Durch die erfolgreiche Globalisierung unserer Veranstaltungen können wir heute Produzenten, wie auch Abnehmern weltweit den zielgerichteten Zugang zu Textilmärkten und der relevanten Branchen-Communities eröffnen.

Wie werden Ihre Angebote vom Markt angenommen?

Aufgrund unserer Expertise und der Marktbedeutung unserer Plattformen sind wir heute der Ansprechpartner für die Textilindustrie, wenn es um neue Veranstaltungsformate, Marketingkanäle, Plattformen und Messen geht.

Unsere mittlerweile 50 Veranstaltungen werden weltweit von rund 20.000 Ausstellern zur Präsentation ihrer Angebote genutzt. Viele Aussteller beteiligen sich dabei sogar an mehreren Veranstaltungen von uns an den verschiedensten Standorten. 460.000 Besucher informieren sich auf diesen Messen und bahnen Geschäftsabschlüsse an. Die steigenden Zahlen bestärken uns in unserer Strategie. Damit sind wir weltweit die absolute Nr.1 in der Ausrichtung von Textilmessen. Interessant ist dabei, dass die regionalen Veranstaltungen auch zur Stärkung unserer Leitmessen beigetragen haben.

Dabei kommt uns auch zugute, dass wir im Textilmarkt mit sehr emotionalen Produkten zu tun haben, deren Qualität sich meist nur im persönlichen Erlebnis auf einer Messe erschließt. Stoffe muss man anfassen können, fließen sehen und im Detail in Augenschein nehmen können. Aber auch bei der Verarbeitung von Textilien möchte man den Prozess in Augenschein nehmen. Und nicht zuletzt trägt auch die mittelständische Struktur des Marktes dazu bei, dass für viele Hersteller Fachmessen die effektivste Möglichkeit zur Vermarktung ihrer Produkte sind. Messen sind ein zentraler Bestandteil des Marketings dieser Unternehmen.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Internationalisierung von Messen?

Die Globalisierung ganzer Industrien wäre ohne die Digitalisierung nicht denkbar. Natürlich spielt auch in der Messewirtschaft die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Sie betrifft fast alle unsere Geschäftsprozesse, insbesondere jedoch Marketing und Kommunikation sowie das immer bedeutendere Management unserer globalen Textil-Communities. In Zeiten von Social Media und E-Commerce gewinnt zudem der direkte Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern eine immer größere Bedeutung. Wobei aufgrund der mittelständischen Struktur der Textilwirtschaft, der Digitalisierungsgrad bei manchen Unternehmen der Branche noch nicht sehr hoch ist.

Heimtextil Themepark Globalisierung von Messen

Für uns bedeutet die Entwicklung, dass wir Angebot und Nachfrage nicht nur zu Messezeiten zusammenführen, sondern über entsprechende Online-Angebote ganzjährig mit Informationen und Austausch-Plattformen bedienen. Mit unseren mehrsprachigen Websites, Themen-Blogs, Social Media Angeboten oder unserem Texpertise Network setzen wir hier heute schon Standards. Auch während der Veranstaltungen gehören Digitalangebote zum Messealltag, beispielsweise Messe-Apps für die Messeplanung und die Navigation vor Ort oder die Online-Registrierung.

Das Ende der Entwicklung ist hier nicht abzusehen. Wir werden in jedem Fall vorne dabei sein und unsere Themenangebote weiter ausbauen, beispielsweise um Trendentwicklungen zukünftig noch digitaler abzubilden über unsere Blogs oder im Themepark der Heimtextil oder auch um Informationen für die verschiedenen Zielgruppen in adäquaten Newsrooms zur Verfügung zu stellen

Nicht zuletzt hilft uns die Digitalisierung natürlich auch bei der globalen Ausrichtung unseres Marketing und der Koordination unseres weltweiten Community-Netzwerks.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung für Ihre Messen und die Branche allgemein?

Trotz Digitalisierung werden Messen, Kongresse und sonstige Events auch in Zukunft die zentralen Marktplätze von höchster Bedeutung für das Marketing bleiben; gerade bei B-to-B-Themen. Es geht um Begegnung, Kommunikation, Anfassen und Erleben. Natürlich müssen Messen sich weiter entwicklen mit emotionalen Inszenierungen, Trendpräsentationen und ergänzenden Zusatzprogrammen für neue Themen wie Smart Fashion und Wearables oder Industrie 4.0. Neue digitale Services müssen das Messeerlebnis begleiten und sinnvoll ergänzen. Digitale Zusatzangebote für Marketing,  Aussteller oder den Austausch mit und innerhalb der jeweiligen Branchen-Community müssen weiter ausgebaut werden.

Mit Sicherheit werden Leitmessen als Plattform zur globalen Vermarktung von Angeboten ihre Relevanz behalten, während regionale Events für den regionalen Marktzugang ihre Berechtigung haben.

Für mehr Information zum Thema Globalisierung und Messen lesen Sie auch die Artikel  Agiles Projektmanagement mit SCRUMMobile Advertising: native oder klassisch? und #GED17 – Internationaler Messetag am 7. Juni 2017.

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