Die Zielgruppe der Millennials ist in aller Munde. Sie sind digital unterwegs, wissensdurstig und auf der Karriereleiter zielstrebig auf dem Weg nach oben. Sie sind also die künftigen Lenker in Unternehmen. Aus diesem Grund sind sie auch für die Messe Frankfurt von besonderer Bedeutung. Julia Uherek, Bereichsleiterin Consumer Goods Fairs, erklärt, was die Messe Frankfurt unternimmt, um Millennials für die eigenen Veranstaltungen zu begeistern.

Welchen Stellenwert hat die Gruppe der Millennials für die Messe Frankfurt?

Die Gruppe der Millennials hat für uns eine enorme Bedeutung. Denn sie sind die Entscheider von Morgen und bereits heute in vielen Unternehmensbereichen wichtige Meinungsmacher. Sie sind also die zukünftigen Einkäufer,  beziehungsweise beeinflussen bestimmte Entscheidungen Unternehmen – wie beispielsweise über die Teilnahme an Messen – in Unternehmen schon jetzt maßgeblich. Dabei hat diese Zielgruppe ganz spezifische Charakteristika.

Was macht die Millennials so besonders?

Die Gruppe der Millennials ist die erste Generation der Digital Natives und damit im Internet zuhause. Sie sind sehr wissbegierig, wollen in ihrem Beruf gestalten und Dinge vorantreiben, sich dabei selbst verwirklichen. Zudem hinterfragen sie Sachverhalte und Produkte sehr stark und nutzen dafür meist ihr Smartphone, mit dem sie jederzeit Zugriff auf Rezensionen, Preisvergleiche, Produktionsbedingungen und viele weitere Informationen über das Produkt – und natürlich auch Zugriff auf das Produkt selbst – haben. Diese Merkmale müssen wir natürlich in der Zielgruppenansprache und unseren Veranstaltungskonzepten beachten.

Wie macht sich das konkret in der Ansprache bemerkbar?

Millennials sind zumeist gebildet und informiert, immer auf der Suche nach interessanten Inhalten, die sie unterhalten und weiterbringen. Der Content, mit dem man diese Zielgruppe anspricht, muss Mehrwert bieten, neugierig und im besten Fall Spaß machen. Das reicht aber noch nicht, denn die Inhalte müssen „snackable“ sein – also leicht zugänglich, flexibel konsumierbar, gut aufbereitet und vor allem kompakt. Da die Millennials im Internet zuhause sind, erreicht man sie gut über die gängigen Social Media Kanäle wie Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter und Pinterest mit Kurzvideos, Infografiken, Bildern, Stories, GIFs oder kurzen Texten. Diese Dinge sind auch gut teilbar, was für die Ansprache der Millennials auch extrem wichtig ist. Denn sie vertrauen sehr auf die Meinung ihrer Freunde. Hier gilt es für uns, die entsprechenden Inhalte aufzubereiten und die richtigen Kanäle zu bespielen.

Auch in Sachen Messevorbereitung sind Millennials anspruchsvoll und auf der Suche nach wertvollen Informationen. Hier holen wir die Interessierten mit speziell für die Branchen konzipierten Webplattformen wie etwa Texpertise und Mobility&Logistics ab. Dort erfahren Millennials etwas zur jeweiligen Veranstaltung und erhalten Informationen zum Markt und zu kommenden Trends von ausgewiesenen Experten. Hier liefern wir über das Jahr hinweg hochwertigen Content und sprechen Nutzer somit auch durchgängig an.

Wie passen Sie Veranstaltungen entsprechend der Anforderungen von Millennials an?

Das kommt ganz auf die Veranstaltung an, aber generell macht es keinen Sinn, bisher erfolgreichen Konzepte über den Haufen zu werfen und aus jeder Veranstaltung ein Festival zu machen. Mehr Eventcharakter ist gut, aber Messen sind und bleiben ein Ort, um Business zu machen. Mit dem richtigen Mix kann man Millennials aber begeistern. Hier funktionieren Formate gut, bei denen sich die Teilnehmer vernetzen können und zusätzliches, gut aufbereitetes und schnell konsumierbares Wissen bringen. Sehr gut sind wir mit Thinkathons und Hackathons gefahren, die immer großen Zuspruch haben. Neben Foren oder Expertendiskussionen kommen auch Bereiche mit kuratierten Inhalten mit einer interaktiven Gestaltung gut an.

Gibt es noch weitere Aktionen oder Maßnahmen, die besonders gerne von der Millennial-Zielgruppe genutzt werden?

Durch das Internet und die Verwendung unserer Navigator Apps sind Millennials meist sehr gut informiert und brauchen keine Anleitung, wie sie sich am besten auf den Veranstaltungen zurechtfinden. Was jedoch sehr gut ankommt sind Angebote, um persönliche Kontakte zu knüpfen. Hier bieten wir Guided Tours oder besondere Match-Making-Treffen an. Diese Hilfestellung zum Networking wird gerne angenommen.

Und was ist noch zu tun, um aus Millennials glückliche Messebesucher zu machen?

Genau wie beim Zugang zu Informationen ist Millennials in der Messevorbereitung eines wichtig: Convenience! Alles muss so einfach wie möglich gehalten werden. Nimmt man die Besucherregistrierung als Beispiel, so darf diese nicht zu kompliziert sein, um die Abbruchrate so klein wie möglich zu halten. Wenn wir aber die Besonderheiten dieser Zielgruppe beachtet und die Angebote entsprechend gestaltet, dann können wir auch in Zukunft Millennials für Messen begeistern.